Die große Überwachungskarte

Neue Kameras an 41 S-Bahnhöfen installiert

München - Vorsicht, Kamera! Die Bahn rüstet 41 weitere S-Bahnhöfe mit Videokameras aus. Damit soll die Sicherheit an den Haltepunkten verbessert werden.

Vor allem gegen Vandalismus sollen die Kameras helfen. Den Beweis, dass sie Gewalttaten verhindern, bleiben Bahn und Bundespolizei allerdings schuldig.

Die Einsatzzentrale der Polizei hat Zugriff auf über 330 Kameras

In Dachau starteten am Mittwoch Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), die Bahnbeauftragten Klaus-Dieter Josel (Bayern) und Prof. Gerd Neubeck (Sicherheit) sowie der Münchens Bundespolizei-Chef Jürgen Vanselow den Ausbau von 41 Stationen im MVV-Netz. An 19 Bahnhöfen wird schon seit 2008 gefilmt. Außerdem sind alle 238 Züge der S-Bahn bereits mit Videokameras ausgestattet. Noch dieses Jahr sollen 38 S-Bahnhöfe mit den Überwachungsanlagen ausgerüstet werden, Starnberg, Unterschleißheim und Moosach sind nächstes Jahr im Rahmen von Umbaumaßnahmen dran. Die Kosten von rund zwei Millionen Euro übernimmt der Freistaat. Die Daten werden auf Wunsch der für die Bahn zuständigen Bundespolizei zehn Tage lang gespeichert, eine Live-Übertragung ist allerdings nicht erlaubt.

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„Der Freistaat setzt alles daran, Pendlern und Fahrgästen das Gefühl zu geben, mit der S-Bahn sicher unterwegs zu sein“, so Minister Zeil. Und Polizeichef Vanselow meint: „Videotechnik unterstützt die polizeiliche Arbeit wirkungsvoll. Sie bringt ein Mehr an Sicherheit für Fahrgäste und Besucher.“ Mit entsprechenden Zahlen kann die Bundespolizei allerdings nicht dienen, überhaupt sind die Vorzüge der Videoüberwachung umstritten. So musste Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine entsprechende Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Christine Kamm passen: „Eine statistische Auswertung, ob eine Videoüberwachung kausal für die Aufklärung bzw. Verhinderung einer Straftat oder ermittlungsunterstützend war, ist automatisiert nicht möglich.“ Auch die Bahn gab gestern zu: „Straftaten, die im Affekt oder unter Alkohol begangen werden, verhindert die Videoüberwachung nicht unbedingt.“

U-Bahn, Bus und Tram: Wo noch überall gefilmt wird

Auch MVG und Polizei filmen die Münchner im Alltag: So sind alle 100 U-Bahn-Stationen mit insgesamt 1265 Kameras ausgestattet, alle Bahnhöfe werden am Bahnsteig sowie im Sperrengeschoss überwacht. Außerdem werden 112 U-Bahnzüge innen mit 448 Kameras beobachtet, was 20 Prozent des Fuhrparks entspricht. Ab Ende dieses Jahres werden 126 alte Züge durch neue ersetzt, die mit Videokameras ausgestattet sind, die Quote liegt danach bei 40 Prozent.

Bei den MVG-Bussen verfügen 195 Fahrzeuge über 825 Kameras – eine Quote von 77 Prozent. Dazu kommen rund 300 Kameras in den Bussen privater Kooperationspartner. Bei der Tram sind bislang 68 Züge mit 520 Stück Kameras ausgestattet, das sind etwa 64 Prozent.

Darüber hinaus filmt die Polizei Passanten an Stachus, Sendlinger Tor und Hauptbahnhof, außerdem betreibt sie 330 Verkehrsüberwachungskameras.

Johannes Welte

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