Erfreuliche Nachricht für geplagte Bürger

Bahn macht Münchner Lärmbrücken leiser

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Die Braunauer Eisenbahnbrücke  quert die Isar - und sorgt für jede Menge Lärm. Damit soll bald Schluss sein

München - Erfreuliche Nachricht für lärmgeplagte Anwohner: Die Bahn verlegt bayernweit 35 Kilometer neue Schallschutzwände. Auch in München sollen mehrere Lärmbrücken leiser werden.

Die Braunauer Eisenbahnbrücke  von unten

Rund 200 000 Güterwaggons sind täglich in Deutschland unterwegs – und verursachen nach Ansicht vieler genervter Anwohner vor allem eines: Lärm. Die Bahn will die so genannte Lärmsanierung nun forcieren. In diesem Jahr sind 35 Kilometer neue Schallschutzwände in Bayern geplant, sagte Franz Poschenrieder von der DB-Projektbau am Donnerstag bei einem Pressetermin.

600 Meter sind es an der Strecke München-Augsburg in den Ortsdurchfahrten Langwied und Lochhausen. Mitte des Jahren geht es los mit den Bauarbeiten in Gröbenzell, in München-Untergiesing am Südring, in Berg am Laim, Trudering, Haar und in der Gemeinde Zorneding entlang der S 4.

Lärmschutzwände soll es auch auf den Eisenbahnbrücken durch das Stadtgebiet geben – aber damit soll es nicht getan sein. Die Bahn kündigte an, vier große Brücken endlich zu „entdröhnen“, wie es im Fachjargon heißt. Es handelt sich laut Münchner Merkur um die Braunauer Eisenbahnbrücke über die Isar, die Brücken am Giesinger Berg, über die Pilgersheimer Straße sowie die Stadtbachbrücke. Erstmals nennt die Bahn jetzt einen Zeitpunkt für die „Entdröhnung“: 2013 werde mit dem Einbau von sogenannten besohlten Schwellen bzw. elastischen Schienenbefestigungen an beiden Gleisen begonnen, kündigte die Bahn an. Derzeit steht noch die Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes aus, ferner muss mit der Stadt noch die Gestaltung der Lärmschutzwände auf der Brücke vereinbart werden.

Das Optimum freilich wäre, wenn die Züge von vorneherein leiser wären, sagte der Niederlassungsleiter von DB Netz in Bayern, Stefan Kühn. Bislang sind erst gut zehn Prozent der 200 000 Güterwaggons mit sogenannten leisen Kompositsohlen umgerüstet – das heißt, sie haben spezielle Bremsklötze und glatte Radlaufflächen. Hauptproblem momentan: Die Eigentümer alter Waggons rüsten zu langsam oder gar nicht um. Ein Förderprogramm gibt es zwar, aber der Umbau kostet mehrere hundert Euro pro Achse. „Für Frachtunternehmen, die häufig mit dem Cent je Container rechnen, ist das offenbar zu teuer“, sagte Kühn.

Womöglich ändert sich das bald: Möglichst zum Dezember 2012, wahrscheinlich aber erst Mitte 2013, will die Bahn einen lärmabhängigen Trassenpreis einführen. Das heißt: Die auf den Schienen der DB Netz fahrenden Eisenbahnunternehmen müssen dann einen um ein Prozent höheren Preis zahlen.

2013 wird die Bahn weitere sechs Schallschutzwände hochziehen – in Rosenheim-Ost Richtung Salzburg, sowie in Großkarolinenfeld und Kiefersfelden. Die Wände – Standardhöhe drei Meter – sind vor Ort häufig umstritten. Viele Anwohner klagen über Ortsverschandelung. In Einzelfällen gibt es langwierige Verfahren – etwa um eine Wand in Rosenheim-Happing, über die seit sieben Jahren gestritten wird.

D. Walter

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