Bahn nach Salzburg wird Französisch

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Veolia fährt bald auch nach Salzburg

München - Die wichtigen Hauptbahnstrecken von München nach Salzburg und Kufstein sowie München-Holzkirchen-Rosenheim werden künftig ab 2013 vom französischen Veolia-Konzern, einer Tochter der staatlichen französischen Sparkassen, betrieben.

Nach tz-Informationen aus Kreisen der Deutschen Bahn hat sich das Wirtschaftsministerium bei einer Ausschreibung für Veolia und gegen die DB entschieden.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei ein „äußerst aggressives Preisangebot“ der Franzosen gewesen, heißt es bei der DB. Offiziell hält sich die Bahn bedeckt. Ein Sprecher: „Wir warten auf die offizielle Entscheidung“. Veolia betreibt seit 1998 überaus erfolgreich die Bayerische Oberlandbahn (BOB) auf den Strecken nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell. Nach anfänglichen Problemen mit den neuen Fahrzeugen konnte Geschäftsführer Heino Seeger die Fahrgastzahlen auf täglich 15 000 Reisende verdreifachen. Die Bahn ist so beliebt, dass wegen der drohenden Ausschreibung der BOB-Strecken Bürgermeister und Landräte energisch für eine Vertragsfortführung kämpfen. Zur Entscheidung, dass Veolia auch die Rosenheimer Strecken übernimmt, meinte Seeger nur: „Wenn es so wäre, würden wir uns riesig freuen.“ Überrascht wirkte er dabei nicht. 

Auch bei einem zweiten Bahnnetz müssen sich die Fahrgäste auf einen neuen Betreiber einstellen: Arriva-Deutschland wurde gestern offiziell von der DB an die nicht gerade als innovativ und vorbildlich geltende italienische Staatsbahn FS (Ferrovie dello stato) bzw. ihre Personenverkehrssparte Trenialia verkauft. Arriva betreibt den Alex-Express von München nach Lindau/Oberstdorf, von München nach Hof/Prag sowie im Auftrag der DB das Bayerwald-Netz mit den Strecken von Plattling nach Bayerisch-Eisenstein und Grafenau sowie dem Ast Zwiesel-Bodenmais.

di.

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