Die Bahn saniert ihre Bahnhöfe

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Erhält ein Dach: Bahnsteig des Holzkirchner Flügelbahnhofs.

München - 1,4 Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes hat die Bahn in den vergangenen drei Jahren in Bahnhöfe und Schienennetz investiert. Jetzt versiegt der Geldfluss – dabei hat die Bahn noch viel vor. So etwa am Münchner Hauptbahnhof.

Die Herren klopften sich kräftig auf die Schultern. „Ich würde es genauso wieder machen“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. „Das ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Gestern in Nürnberg: Zahlreiche Bahnmitarbeiter, aus ganz Deutschland zusammengetrommelt, bejubelten mit Applaus den offiziellen Abschluss des Konjunkturprogramms des Bundes. 1,4 Milliarden Euro aus dem Paket flossen ab 2009 in die Bahn, 2100 der 5400 Bahnhöfe in Deutschland erhielten Verbesserungen, dazu viele Schienenstrecken. In Bayern wurden 132 Millionen investiert, davon 57 Millionen in die Sanierung von 250 Bahnhöfen.

Was damit gebaut werden konnte, lässt sich in vielen kleineren Gemeinden auch in Bayern begutachten. Beispiel Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck): Der S-Bahnhof erhielt zwei neue Windschutzhäuschen. Beispiel Hohenschäftlarn (Kreis München): Es gibt neue Informationsvitrinen. Beispiel Kiefersfelden (Kreis Rosenheim): Erstmals erfahren die Fahrgäste durch digitale Anzeigetafeln in „Echtzeit“, ob der Zug pünktlich ist. Beispiel Bahnhof München-Flughafen: Hier wurden neue Rolltreppen eingebaut. Der Güterbahnhof München-Riem erhielt ein drittes Modul für die Containerverladung. Besonders stolz ist die Bahn auf den für einen zweistelligen Millionenbetrag generalüberholten Bahnhof Rosenheim. Der siebtgrößte Bahnhof Bayerns ist jetzt „Klimakönig“, wirbt die Bahn. Der Energiebedarf des Gebäudes wurde um 90 Prozent reduziert.

Nun ist das Geld aus dem Konjunkturprogramm des Bundes aufgebraucht. Bahnchef Rüdiger Grube sorgt sich um eine Weiterfinanzierung. Zu tun gibt es genug. Die SPD in Bayern mahnt Millionen für Aufzüge an. Grube will bis 2014 Wetterschutz an fast allen Bahnhöfen, bis 2015 sollten weitere 2500 deutsche Bahnhöfe die Digitalanzeiger erhalten.

Weiter aufgemöbelt werden soll auch der Münchner Hauptbahnhof. Aus dem Konjunkturpaket waren zuletzt mehrere Millionen Euro für den Einbau eines Blindenleitsystems auf den Bahnsteigen sowie für eine Verbesserung der Ansagen geflossen.

Als nächstes kommt der Holzkirchner Flügelbahnhof dran: Die vier Bahnsteige zwischen Gleis 5 und 11 auf der Südseite des Hbf sollen überdacht, zum Teil auch erhöht werden. Bisher gibt es nur einzelne Wetterschutzhäuschen. „Wir liegen voll in der Planung“, war in Nürnberg aus Bahnkreisen zu hören. Diese Planung muss noch vom Eisenbahnbundesamt genehmigt werden, 2014 ist der Baubeginn geplant. Am Holzkirchner Flügelbahnhof enden bzw. beginnen die Züge aus dem südostbayerischen Raum (Rosenheim/Mühldorf). Dass die Bahn dort ab 2014 bauen will (was mit Einschränkungen für die Fahrgäste verbunden sein wird), ist pikant, weil es im so genannten „E-Netz Rosenheim“ Ende 2013 zu einem Betreiberwechsel kommen wird. Statt der DB Regio fährt dann der französische Konzern Veolia unter dem Oberbegriff „Meridian“. Die Fahrgäste der neuen Triebzüge des Typs „Flirt“ steigen also an einer Baustelle ein und aus. Die Terminüberschreitung sei aber reiner Zufall, heißt es bei der Bahn.

Ebenfalls 2014 soll auch die Sanierung eines weiteren Teils des Zwischengeschosses des Hauptbahnhofs beginnen – des Trakts zwischen Karstadt-Eingang und Aufgang zum Starnberger Flügelbahnhof. Nach 40 Jahren sei es Zeit für eine Generalsanierung, hieß es. Die Läden sollen neu geordnet werden und „Sichtachsen“ entstehen.

Ein anderes Projekt hat sich dagegen zerschlagen: Eine zweite Querverbindung zwischen Nord- und Südteil des Hauptbahnhofs in Höhe der Paul-Heyse-Unterführung sei nicht möglich. „Es gibt keinen Mehrwert“, sagt Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel. Die Idee sei verworfen worden. Der vorgeschlagene Steg sei viel zu teuer, weil dann zu jedem Bahnsteig Aufzüge installiert werden müssten.

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