GDL will 98 Stunden nicht arbeiten

Massive Kritik am Mega-Streik der Bahn

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Wann fährt mein Zug? Die Mitarbeiter der Bahn haben am Münchner Hauptbahnhof während der Streiks jede Menge zu tun.

München - 98 Stunden - so lange will die GDL diesmal ihre Arbeit niederlegen. Die Aktion Münchner Fahrgäste kritisiert das scharf: "Der beste Ersatzfahrplan kann keinen Lokführer ersetzen."

Update vom 7. November: Auch am Freitag setzt die GDL ihren Streik im Personenverkehr der Bahn fort: Massive Zugausfälle und lange Wartezeiten sind die Folge - auch in München. Wir halten Sie über alle wichtigen Infos zum Bahn-Streik am Freitag im Live-Ticker auf dem Laufenden.

Update vom 5. November: Für 98 Stunden legt die GDL den Personenverkehr der Bahn lahm! Der Streik hat bereits am Mittwochnachmittag begonnen - betroffen ist zunächst der Güterverkehr. Ab Donnerstag, 2 Uhr, stehen dann auch Regional- und Fernzüge sowie die S-Bahn in München still. Wir halten Sie ab sofort in unserem Live-Ticker zum Bahn-Streik über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

"Jetzt ist Frau Merkel am Zug!" Das fordert die Aktion Münchner Fahrgäste, nachdem bekannt wurde, dass die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) erneut die Arbeit niederlegt. Für fast 100 Stunden muss die Deutsche Bahn nun einen Notfall-Fahrplan zusammenstellen.

"Der beste Ersatzfahrplan kann keinen Lokführer ersetzen", kritisiert die Aktion. Das "elende Los der Fahrgäste" könnte nur dadurch gelindert werden, dass diese im Vorfeld wüssten, dass ihr Zug nicht fährt. 

"Wir fordern Frau Merkel auf, endlich zu handeln"

"Die Politik hat diesen Streikschlamassel ausgelöst. Wir fordern nun Frau Merkel auf, endlich zu handeln!", sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. "Ein Telefonanruf genügt, dann macht das bundeseigene Verkehrsunternehmen ganz sicher ein Angebot über das auch die GDL bereit ist zu verhandeln."

Und die Aktion Münchner Fahrgäste schreibt in ihrer Pressemitteilung weiter: "Immer wieder muss man daran erinnern, dass auch heute noch Beamte treu ihren Dienst in den Führerständen und den Stellwerken verrichten." Die seien genauso wie Polizisten und Feuerwehrleute vom Streikrecht ausgenommen.

Warum wird eigentlich gerade der Verkehrsbereich so häufig bestreikt, fragt die Aktion Münchner Fahrgäste weiter? "Eine mögliche Antwort ist, dass es eben zu Lasten Dritter, nämlich der Fahrgäste, geht. Die Besitzer von Monatskarten haben bereits bezahlt und die Dienstwagen der Politiker fahren auch. Also hält sich der Leidensdruck bei den Entscheidern in Grenzen. Würde Frau Merkel frierend auf einem zugigen Bahnsteig stehen, würden ihr ganz schnell Lösungen einfallen. Das ist sicher."

S-Bahn arbeitet an Ersatzfahrplan

Langsam scheint die S-Bahn München das Szenario schon zu kennen: Für die 98 Stunden, in denen die GDL zum Streik aufruft, arbeitet das Unternehmen bereits an einem Ersatzfahrplan. Vom Streik betroffen sein werden folgende Züge: S-Bahn, RB, RE, IRE, IC, ICE.

Die S-Bahn München will ein möglichst umfangreiches Zugangebot stellen: Auf allen Linien soll nach Möglichkeit mindestens ein Stundentakt angeboten werden, die S8 zum Flughafen soll alle 20 Minuten rollen.

Der Ersatzfahrplan für Züge der S-Bahn München am Donnerstag ist laut S-Bahn München bereits am Mittwochnachmittag ab etwa 14 Uhr abrufbar über bahn.de/aktuell, den DB Navigator oder m.bahn.de abrufbar.

Alternative Reisemöglichkeiten

Wer ab Donnerstag und auch am Wochenende unterwegs sein wird, muss sich nach Alternativen umschauen, zum Beispiel Fernbus oder Mietwagen. Reisende, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten sich um ein Leihauto oder Busticket kümmern.

GDL-Chef Claus Weselsky muss sich indes immer mehr Kritik gefallen lassen. Auch in der Lokführergewerkschaft selbst wächst offenbar der Widertand gegen ihn.

mm

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