GDL-Chef verärgert streikgeplagte Fahrgäste

Weselsky: "Bahnkunden haben eine Pause verdient"

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Nach Ansicht von GDL-Chef Claus Weselsky haben sich Bahnkunden eine Pause verdient.

München - Seit Montag bestreikt die GDL auch den Personenverkehr. Ab Sonntagmittag soll - zumindest bei der S-Bahn - wieder alles regulär laufen. Vorerst will uns die GDL eine Pause gönnen. Wir halten Sie in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden.

----- AKTUALISIEREN -----

+++ 15.23 Uhr +++ Zur voraussichtlichen Länge der Streikpause wollte sich Weselsky nicht äußern. Momentan gebe es jedoch keine Pläne für einen neuen Ausstand. Vermutungen, als nächste Eskalationsstufe bleibe der GDL nur noch der unbefristete Streik, wies Weselsky zurück. "Unbegrenzte Streiks sind das allerletzte Mittel, so weit sind wir noch lange nicht", sagte er der "FAS".

+++ 12.20 Uhr +++ Mit seiner Aussage, Bahnkunden hätte sich jetzt mal eine Streikpause verdient, erntet GDL-Chef Claus Weselsky massenhaft Kritik. Auf Twitter überschlagen sich Wortmeldungen verärgerter Nutzer, die sich provoziert fühlen.

+++ 11.07 Uhr +++ Auch das noch: Die viel größere Gewerkschaft EVG, die mit der GDL konkurriert, erwägt mittlerweile auch, den Personenverkehr lahmzulegen. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus. Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken.“

+++10.17 Uhr +++ Der Zugverkehr bei der Bahn normalisiert sich seit Streikende langsam. Das gilt vor allem für den Regional- und S-Bahn-Verkehr. Beim Fernverkehr bleibt am Sonntag noch ein Ersatzfahrplan in Kraft.

Weselsky: "Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient "

+++ 8.37 Uhr +++ Das ist doch mal nett von der GDL: Vorerst plant die Lokführergewerkschaft keine weiteren Bahnstreiks. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient - und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

+++ 8.29 Uhr +++ Endlich! Ab heute Vormittag soll der bisher längste Bahn-Streik endlich ein Ende haben. Ab 9.00 Uhr sollen die Züge wieder planmäßig fahren. Anfangs kann es aber weiter zu Verzögerungen kommen.

Bahn-Ticker: Das passierte am Samstag

+++ 19.07 +++ Hoffentlich klappt es dann auch so, wie angekündigt: Die S-Bahnen in München sollen laut Bahn ab Sonntagmittag wieder weitgehend im regulären Takt fahren.

+++ 18.05 Uhr +++ Das Ende des Streiks ist für morgen, 9 Uhr angesetzt. Doch bis der Regelfahrplan wieder gilt, kann es dauern. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn heute sagte, müssten zunächst Züge und Personal an ihre Einsatzorte gebracht werden, so dass den ganzen Sonntag über noch mit Einschränkungen zu rechnen sei. Für den Fernverkehr in Bayern gilt am Sonntag noch der Ersatzfahrplan.

+++ 17.00 Uhr +++ Gewerkschaftschef Weselsky hat den bislang längsten Streik bei der Deutschen Bahn als "absoluten Erfolg" bezeichnet. Ob das auch die Pendler so sehen?

+++ 16.03 Uhr +++ Die Bahn meldet, dass streikbedingt folgende S-Bahnen auf der Linie der S3 ausfallen:

- Mammendorf Abfahrt 15:44 Uhr - Deisenhofen Ankunft 16:51 Uhr

- Maisach Abfahrt 17:32 Uhr - Holzkirchen Ankunft 18:46 Uhr

- Mammendorf Abfahrt 18:44 Uhr - Deisenhofen Ankunft 19:51 Uhr

- Deisenhofen Abfahrt 16:30 Uhr - Mammendorf Ankunft 17:36 Uhr

- Holzkirchen Abfahrt 17:56 Uhr - Maisach Ankunft 19:07 Uhr

+++ 19.26 Uhr +++ Und nochmal Aktualisierungen von der Bahn - diese S-Bahnen fahren zusätzlich:

- S 3 Holzkirchen Abfahrt 20.56 Uhr - München Ostbahnhof Ankunft 21.27 Uhr

-S7 Wolfratshausen Abfahrt 21.04 Uhr - München Ostbahnhof Ankunft 21.56 Uhr

- S7 Wolfratshausen Abfahrt 21.24 Uhr - München Ostbahnhof Ankunft 22.16 Uhr

+++ 18.31 Uhr +++ Die Bahn meldet folgende zusätzliche Verbindung: S 3 Deisenhofen Abfahrt 18.40 Uhr - München Ostbahnhof Ankunft 18.57 Uhr.

+++ 15:58 Uhr +++ Das Wochenende naht - und damit auch das Ende des Streiks. Am Sonntag um 9 Uhr geht der Ausstand zu Ende. Dann verdichtet die S-Bahn München wieder schrittweise den Takt. Im Lauf des Tages sollen den Fahrgästen dann mehr und mehr Fahrgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden. Die S 8 zwischen Herrsching und Flughafen fährt am Sonntag bereits ab Betriebsbeginn im Regelfahrplan. Der Ersatzfahrplan für Samstag ist heute bereits in den Live-Auskunftssystemen sichtbar.

+++ 13.28 Uhr +++ Die Bahn hat das Abfedern des Streiks offenbar bestens organisiert: An Tag vier des Ausstands der GDL-Lokführer gibt es bislang keine Störungen zu vermelden, es ist kein Streckenagent mit Verzögerungen oder Ähnlichem eingegangen. Böse Zungen könnten behaupten, die Bahn fährt zuverlässiger in Streikzeiten als im Normalbetrieb...

Das war der Ticker vom Donnerstag

+++ 21.05 Uhr +++ Auch morgen bleibt das Zugangebot der Bahn wegen des Lokführerstreiks mager. Nur etwa ein Drittel der Fernzüge und - je nach Region - 15 bis 65 Prozent der Regionalbahnen werden eingesetzt.

+++ 17.00 Uhr +++ Laut einer Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend hat eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) kein Verständnis für den Streik. Jeder zweite Deutsche macht die GDL für den Konflikt verantwortlich. Die Deutsche Bahn sieht demnach nur ein gutes Viertel (27 Prozent) als Hauptverantwortliche für den Streik.

+++ 14.38 Uhr +++ Der Streik geht weiter: Entgegen den Meldungen, die GDL erwäge das Angebot der Bahn anzunehmen, setzt die Gewerkschaft den Ausstand wie geplant fort. GDL-Chef Klaus Weselsky widersprach auf einer Kundgebung in Berlin Meldungen der dpa, nach denen der Streik vorzeitig beendet werden könnte. "Das Angebot ist kein Angebot", sagte er. Zuvor hatte Weselsky gegenüber dem Radiosender hr-Info gesagt: "Heute Nachmittag werden wir mitteilen, wie wir den Vorschlag der Deutschen Bahn bewerten. Dann denke ich, dass die Streiks entweder weitergehen oder zu einem vernünftigen Zeitpunkt unterbrochen werden."

+++ 14.36 Uhr +++ Die Lokführer demonstrieren seit 14 Uhr in München. Ausgangspunkt für die Kundgebung ist der Alte Botanische Garten.

+++ 12 Uhr +++ Die GDL erwägt offenbar einen vorzeitigen Abbruch des Streiks. Die Entscheidung soll am Nachmittag fallen.

+++ 10 Uhr +++ Nicht ganz ernst gemeint, was der Postillon zum Bahn-Streit als alternative Fortbewegungsmittel vorschlägt. Alle, die nicht schon völlig entnervt sind, könnten sich vielleicht über diese Liste auf der Website des Postillon amüsieren.

+++ 8.34 Uhr +++ Das ZDF hat recherchiert: Der Bahnstreik könnte die Wirtschaft 100 Millionen Euro kosten. Pro Tag. 17 Prozent des Güterverkehrs läuft über die Schiene, zwei Drittel davon transportiert die Deutsche Bahn. Besonders strukturstarke Regionen - wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern - trifft der Ausstand der Lokführer. Hier werden prozentual mehr Güter mit Zügen bewegt - oder eben nicht.

+++ 8.12 Uhr +++ Die Bahn bietet auch am Donnerstag zusätzliche Verbindungen an:

- S1: Freising Abfahrt 9.34 Uhr - München Ost Ankunft 10.26 Uhr

München Ost Abfahrt 11.15 Uhr - Freising Ankunft 12.04 Uhr

Freising Abfahrt 12.34 Uhr - München Ost Ankunft 13.26 Uhr

- S6: Tutzing Abfahrt 9.24 Uhr - München Ost Ankunft 10.17 Uhr

München Ost Abfahrt 11.03 Uhr - Tutzing Ankunft 11.56 Uhr

Tutzing Abfahrt 12.24 Uhr - München Ost Ankunft 13.17 Uhr

Das war der Ticker vom Mittwoch

+++ 19.22 Uhr +++ Der Streckenagent der Bahn meldet folgende zusätzliche Verbindungen:

- S 3 München Ost Abfahrt 19.49 Uhr - Maisach Ankunft 20.27 Uhr

- S 3 Olching Abfahrt 19.39 Uhr - Ostbahnhof Ankunft 20.11 Uhr / Abfahrt 20.14 Uhr - Holzkirchen Ankunft 20.46 Uhr

+++ 17.00 Uhr +++ Morgen demonstrieren die streikenden Lokfahrer der GDL in München. Los geht die Kundgebung um 14 Uhr am Alten Botanischen Garten.

+++ 15.27 Uhr +++ In München hat die Gewerkschaft GDL ihre Mitglieder für Donnerstag zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Als Redner wird der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Norbert Quitter erwartet.

+++ 13.57 Uhr +++ Nicht nur die Fahrgäste, auch die Läden am Münchner Hauptbahnhof haben am Streik richtig zu knabbern. Manche machen sich ernsthafte Sorgen.

+++ 11:25 Uhr +++ Neue Hoffnung für ein vorzeitiges Streik-Ende? Bisher lehnt die GDL eine Schlichtung ab. Jetzt hat die Bahn eine Vermittlung vorgeschlagen. Der ehemalige Ministerpräsident Brandenburgs, Matthias Platzeck (SPD) soll die Wogen glätten. Er habe bereits seine Bereitschaft zur Vermittlung erklärt.

Bahn-Streik: Zusätzliche Probleme am Morgen in München

+++ 10.13 Uhr +++ Bei der S 8 geht es wieder weiter: Die Weichenstörung ist behoben.

+++ 9.59 Uhr +++ Die ohnehin schon vom Streik geplagten S-Bahn-Gäste müssen auf der Linie S 8 zum Flughafen mit weiteren Verzögerungen zwischen 10 und 15 Minuten rechnen. Schuld ist eine Weichenstörung bei Johanneskirchen.

+++ 9.51 Uhr +++Weil viele vom Bahnstreik Betroffene auf das Auto umsteigen, quellen Münchens Straßen über. Deshalb teilt die MVG mit: "Bei zahlreichen MVG Bus- und Tramlinien kommt es aufgrund hoher Verkehrsdichte zu Abweichungen im Fahrplanablauf. Bitte achten Sie auch auf Lautsprecherdurchsagen und Lauftextanzeigen an den Haltestellen und rechnen Sie mit längeren Reisezeiten."

+++ 9.30 Uhr +++ Der Kollege meldet: Jetzt gibt es auch noch U-Bahn-Chaos. Wegen einer Stellwerksstörung komme es bei U4 und U5 zu Verspätungen von rund 20 Minuten.

Das war der Ticker vom Dienstag

+++ 20.44 Uhr +++ Übernachten im Münchner Hauptbahnhof? Kein Problem an Streiktagen. Die Bahn hat an Gleis 18 einen Schlafwagenzug abgestellt – für gestrandete Reisende. 35 Personen hätten das Angebot genutzt, sagt Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp.

+++ 20.40 Uhr +++ Entspannt war die Lage heute in Rosenheim. Der Meridian wird nicht bestreikt. „Wir hatten mehr Fahrgäste als an normalen Tagen, aber unsere Züge waren nicht überproportional voll oder gar überfüllt“, so ein Sprecher. Geduld brauchten nur die Pendler der Südostbayernbahn: Wer von Rosenheim Richtung Mühldorf oder Landshut wollte, musste bis zu zwei Stunden warten.

+++ 20.00 Uhr +++ Am Hauptbahnhof hat Berufspendler Thomas heute mit einem selbst gebastelten Schild demonstriert. „Es kotzt mich einfach an, deshalb stehe ich hier“, sagt der Augsburger. Viele Pendler klopfen dem Mann auf die Schulter.

+++ 18.25 Uhr +++ Der Fernbusanbieter "Flixbus" berichtet von mehr als doppelt so vielen Buchungen als üblich. Auch die Mietwagenbranche macht ein gutes Geschäft durch den Streik. An den Bahnhöfen in München und Nürnberg waren fast alle Autos ausgebucht.

+++ 16.05 Uhr +++ Der deutsche Konjunkturmotor brummt. Doch der Streik wird das Wirtschaftswachstum vorübergehend bremsen, glauben Ökonomen. Auch an langfristige Folgen müsse gedacht werden. So könnte der Ruf des Wirtschaftsstandortes Deutschland erheblichen Schaden nehmen. Experte Stefan Kipar von der BayernLB erklärt : „Die Kosten könnten sich auf bis zu 750 Millionen Euro summieren.“

+++ 14.51 Uhr +++ Ob das die Pendler wirklich besänftigt? In einem Imagevideo versucht die Bahn zu erklären, wie sie im Falle eines Streiks einen Ersatzfahrplan erstellt und hinter den Kulissen arbeitet. Naja...

+++ 13.54 Uhr +++ Weselsky als Mitarbeiter des Monats: Der Autovermieter Sixt hat bei den vergangenen Streiks immer wieder mit provokanten Werbungen für Aufsehen gesorgt. Auch diesen Streik nutzt das Unternehmen wieder geschickt für eine Marketing-Aktion - und bietet den Kunden - bei einer telefonischen Buchung - 40 Prozent Rabatt für einen Chauffeur-Dienst an.

Eine - nicht ganz ernst gemeinte - Alternative zur Bahn.

+++ 13.05 Uhr +++ Eine - bei allem Ärger - durchaus erheiternde Entdeckung haben wir bei Ebay gemacht. Wer gar keine Lust mehr hat, sich auf die Bahn zu verlassen, sollte wohl auf dieses Fahrzeug (l.) umsteigen. Das Draisinen-Fahrrad sieht nicht schlecht aus, hat aber einen stolzen Preis: Für 1350 Euro ist es bei einem Sofortkauf bei Ebay zu haben.
Auch bei Twitter spotten viele Nutzer, dass sie jetzt einfach mit einer Draisine zur Arbeit fahren. "Die Gleise sind ja frei", schreibt eine Userin. Ein anderer Nutzer meint: "Falls ihr mich sucht: Ich bin mit meiner Draisine auf einer ICE-Neubaustrecke und stelle 'nen neuen Geschwindigkeitsrekord auf." Das niederländische Ehepaar in diesem YouTube-Video war mit einer selbstgebauten Draisine 2007 auf einer stillgelegten Bahnstrecke in der Uckermark unterwegs. Sieht entspannt aus - aber da war auch kein Streik.
+++ 11.00 Uhr +++Die Bahn will den Fahrgästen die Wartezeit versüßen und hält sie am Münchner Hauptbahnhof mit Gratis-Kaffee und Snacks bei Laune - soweit das noch möglich ist. Viele Pendler sind stinksauer, das Verständnis für den Arbeitskampf sinkt.

+++ 09.37 Uhr +++Berufsverkehr am ersten S-Bahn-Streiktag in und um München: Horror für viele Pendler. Viele Autofahrer haben mindestens doppelt so lange in die Arbeit gebraucht. Stau, Stau, Stau. Nur die Motorräder und Mofas kommen an vielen Stellen voran. Wer kann, sollte in den nächsten Tagen sehr früh aufstehen. Zwischen 5 und 6 Uhr besteht noch eine Chance auf freie Bahn - und man kommt früher in den Biergarten bei dem traumhaften Wetter.

Auf den Straßen rund um München - hier die A96- ging am ersten Streik-Tag im Berufsverkehr teilweise gar nichts mehr. Wer mit der S-Bahn fuhr, war "wie mit dem Viehtransporter unterwegs", wie ein Facebook-User sich über die S4 beschwert.

+++ 08.38 Uhr: Vielesind wegen des Bahnstreiks anscheinend aufs Auto umgestiegen. Auf der A96 Richtung München herrscht Chaos, die Autofahrer müssen dort am Dienstagmorgen viel Geduld zeigen. 
+++ 07.49 Uhr +++: Die Pendler haben sich offenbar gut auf den Bahn-Streik vorbereitet. Am Münchner Hauptbahnhof ist die Lage ruhig - sehr ruhig. Nicht nur, dass wenige Züge fahren. Auch die Menschen auf den Bahnsteigen bleiben aus. Sie haben sich scheinbar Alternativen gesucht.

Der Bahn-Streik hat am Dienstag um 2 Uhr begonnen

+++ 07.00 Uhr +++: Seit heute morgen 2 Uhr kommt es bei der S-Bahn München aufgrund des Bahn-Streiks der GDL zu Zugausfällen und massiven Verspätungen. Pendler müssen Geduld mitbringen - und oft mit völlig überfüllten Zügen vorlieb nehmen. Um einen halbwegs stabilen Betrieb anbieten zu können, reduziert die S-Bahn München die verkehrenden Züge auf rund die Hälfte des Regelfahrplans. Es gilt der Ersatzfahrplan (siehe unten). Gegebenenfalls fahren darüber hinaus noch weitere S-Bahnen. Eine Garantie dafür gibt es aber natürlich nicht.

Der Druck wächst, der Unmut auch: Satte sieben Tage wird der Ausstand der in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisierten Bahn-Mitarbeiter diesmal dauern. Noch nie in den laufenden Tarifverhandlungen dauerte ein Streik so lange. Die Lokführer wollen in diesen Tagen in Deutschland den Güter- und Personenverkehr praktisch zum Erliegen bringen - die Bahn will eigenen Angaben nach zumindest 30 Prozent ihrer Fernverbindungen aufrechthalten, im Nahverkehr sollen es 15 bis 60 Prozent sein.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte im Vorfeld des Streiks die Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Die Schuld dafür liege bei der Bahn: "Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG", sagte Weselsky. Kritik der Bundesregierung wies er am Montag als unberechtigt zurück.

Auf viel Verständnis bei den ohnehin schon entnervten Bahn-Kunden kann die GDL für diesen Ausstand nicht bauen: Die Zustimmung zum Arbeitskampf der Lokführer ist mit jedem Streik gesunken und dürfte bei dem neuerlichen Ausstand seinen Tiefpunkt erreicht haben. Bahn-Kunden und Pendler, die auf die Beförderung angewiesen sind, reagieren bestenfalls mit Unmut.

Die "Aktion Münchner Fahrgäste" sieht die Politik in der Verantwortung, sich für ein "vernünftiges Verhandlungsergebnis" einzusetzen. "Wir fordern ein Spitzengespräch der Tarifparteien unter Einbeziehung der Fahrgastverbände", sagt Sprecher Andreas Nagel.

Bahn-Streik: Das sollten Pendler jetzt beachten

+++ Ab Dienstagmorgen gilt der Notfahrplan der Bahn, der ab 2 Uhr im S-Bahn-Netz für München und die Umgebung gefahren wird. Der Fahrplan wird auf ungefähr ein Drittel ausgedünnt und sieht wie folgt aus:

  • Jede Linie: 60-Minuten-Takt während der regulären Betriebszeit der S-Bahn München
  • Stammstrecke von Pasing bis Ostbahnhof: Es verkehren sechs bis neun S-Bahnen je Stunde (mindestens alle 10 Minuten eine S-Bahn).
  • Linie S 8 zwischen München-Pasing und dem Flughafen München: 20-Minuten-Takt

Zusätzlich zum Ersatzfahrplan sei die S-Bahn München bestrebt, trotz Streiks ein Ergänzungsprogramm bei der S2, S3 und S4 aufrecht zu erhalten:

  • S2 im 20/40-Minuten-Takt: Dachau - Markt Schwaben, in der Zeit von 6:30 - 20 Uhr
  • S3 im 20-Minuten-Takt von Ostbahnhof bis Olching, in der Zeit von 6:50 Uhr – 11:00 Uhr und 15:50 - 19:30 Uhr
  • S4 im 20/40-Minuten-Takt: Grafing Bahnhof – Geltendorf, in der Zeit von 7-20 Uhr
  • S1 wird nicht in Neufahrn geteilt – sie fährt nur bis Freising, von dort aus geht’s per Bus zum Flughafen.

+++ Pendler sollten sich vorab auf der Website der Bahn und über den Streckenagent erkundigen, ob und wann ihre S-Bahn fährt und ausreichend Zeit einplanen.

+++ Für Kunden ist ab sofort die kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 geschaltet.

+++ Bus und Tram werden nicht bestreikt. Allerdings müssen Fahrgäste auch hier zu den Stoßzeiten mit überfüllten Zügen und Fahrzeugen rechnen.

+++ Wer dieser Tage mit dem Auto zur Arbeit pendelt, sollte mehr Zeit für den Weg einplanen. Es wird aufgrund des Bahn-Streiks mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet, nicht nur in den Städten, sondern auch im Umland.

+++ Regionalverkehr: Die letzten Erfahrungen zeigen: Die Bahnen fahren – allerdings mit weniger Zügen (etwa die Hälfte) und rappelvoll. Private Bahnen wie Agilis und Alex werden nicht bestreikt: Sie fahren ganz normal.

Tarif-Streit bei der Bahn: Darum streiken die Lokführer

Mit der nächsten Runde des Streiks unterstreicht die Lokführergewerkschaft GDL ihre Forderung nach eigenständigen Tarifverträgen nicht nur für die gut 18.000 Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen des Zugpersonals. Dazu zählt die GDL vor allem Zugbegleiter und die Lokrangierführer. Für sie hat bislang allein die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge ausgehandelt.

Im Bordservice waren laut Bahn-Statistik im vergangenen Dezember 11.600 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Lokrangierführer lag nach früheren Angaben bei etwa 3100. Außerdem gab es etwa 2700 Instruktoren, Trainer und Zugdisponenten (Planer).

Inzwischen streiten die Lokführergewerkschaft GDL und der bundeseigene Konzern seit über einem Dreivierteljahr um eine Einigung.

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