Live-Ticker zum Arbeitskampf der GDL

Streik beendet: So lief der Ausstand in München

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Umarmung von Claus Weselsky? Dieser Spaßvogel bot am Mittwoch am Hauptbahnhof in München "Free Hugs" an.

München - Seit Mittwoch hatte die Lokführer-Gewerkschaft (GDL) die Arbeit niedergelegt. An diesem Donnerstag endet er vorzeitig. Trotzdem gelten noch Ersatzfahrplänen in München. Am Freitag soll dann wieder alles normal laufen.

+++ Die Bahn teilt mit, dass auch die S-Bahn ab Freitag, 22. Mai, zum normalen Fahrplan zurückkehrt. Die Vorbereitungen dafür seien bereits angelaufen, hieß es am Donnerstagvormittag. Trotzdem könnte es vereinzelt zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Bis zum Betriebsschluss am Donnerstagabend, 21. Mai, gilt noch der Ersatzfahrplan.   

+++Es sollte der längste Lokführerstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn werden. Doch am Donnerstagmorgen gaben Bahn und GDL zur Erleichterung aller Bahnreisenden bekannt: Der Streik wird "unverzüglich" beendet . Laut GDL ist der Streik offiziell am Abend um 19 Uhr beendet. Die Bahn erklärte, sie arbeite seit 7 Uhr daran, den normalen Fahrplan wiederherzustellen. Die Schlichtung des Streits zwischen Bahn und GDL soll am Mittwoch, 27. Mai. Sie solle nicht länger als drei Wochen dauern. Bis Mitte Juni könne die Lokführer-Gewerkschaft also nicht streiken.

+++ Kein leichter Job: Viele Bahn-Mitarbeiter kriegen den Ärger der Bahn-Kunden am Münchner Hauptbahnhof ab, während die Lokführer streiken.

Alle News und Informationen zum Bahn-Streik vom Mittwoch

+++ Der Bahn-Streik soll die Fans des TSV 1860 München nicht ausbremsen: Für das Spiel am Sonntag in Karlsruhe stellen die Löwen Extra-Fan-Busse zur Verfügung. Wer ein Ticket für die Partie besitzt, kann sich einen Platz in einem der Busse sichern.

+++ Der ADAC rät Pfingsturlaubern, das Auto vor allem Freitagabend und Samstag stehen zu lassen. Wegen des Bahn-Streiks werden umso mehr Menschen auf das Auto oder den Bus umsteigen. Auch abseits der Autobahnen werde nicht helfen, sagte eine ADAC-Sprecherin. Auch die Ausweichrouten werden überfüllt sein. Wer dennoch mit dem Auto fährt, sollte lange Staus einplanen, sich entsprechend darauf einstellen und möglichst entspannt bleiben.

+++ "Ich streike auch!" Eine 36-jährige Bahnfahrerin hat sich am Montagabend am Bahnhof in Feldafing geweigert, ihren Fahrschein vorzuzeigen. Bahnmitarbeiter riefen die Bundespolizei. Erst nach längerem Zureden gelang es den Beamten, die Frau zum Vorzeigen ihres Tickets und ihrer Ausweises zu bringen. Sie sei auf die Bahn angewiesen und habe von dem Streik "gehörig die Nase voll", argumentierte die Frau. Die Bundespolizei riet - bei allem Verständnis für den Ärger der Reisenden über den Streik - von derlei Protestaktionen ab. Sie könnten rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

+++ Lange Staus im Pendler-Verkehr: Der mittlerweile neunte Streik der Lokführer im Tarifkonflikt zwischen der GDL und der Deutschen Bahn hat in Bayern am Mittwoch für massive Behinderungen gesorgt. Pendler und Bahn-Reisende mussten wieder mit zahlreichen Zugausfällen zurechtkommen. Auf den Straßen war es deutlich voller als normalerweise, weil viele Menschen aufs Auto umstiegen. „Rund um die Ballungszentren geht's zu“, hieß es am Morgen beim Verkehrslagezentrum Bayern. Vor allem rund um München kam es zu langen Staus.

+++ Wer will sich von GDL-Chef Claus Weselsky umarmen lassen? Am Münchner Hauptbahnhof hat am Mittwochmorgen ein Spaßvogel mit Weselsky-Maske "Free Hugs" angeboten. Ob er viel zu tun hatte?

+++ Der Flughafen München erwartet während der Ferien rund zwei Millionen Fluggäste. Für Freitag, 22. Mai, seien 1168 Starts und Landungen geplant – der verkehrsreichste Tag in dieser Reisezeit. Wegen des Streiks der GDL wird empfohlen, deutlich mehr Zeit für den Weg zum Flughafen einzuplanen, damit das Flugzeug nicht ohne Sie startet. Das gilt nicht nur für Reisende, die mit dem Zug zum Flughafen fahren wollen, sondern auch für diejenigen, die mit dem Auto kommen. Denn auf den Straßen wird es voll werden.

+++ Auf der Stammstrecke (zwischen München-Ost und Pasing) ist am Morgen der Halt am Isartor entfallen. Der Grund war ein Feueralarm, den die S-Bahn München um 6.30 Uhr meldete. Dieser wurde einige Minuten später wieder aufgehoben.

Bahn-Streik: Der Ersatzfahrplan für München

Der Ersatzfahrplan gilt seit Mittwoch, 2 Uhr, mit diesem Angebot:

  • Jede Linie: 60-Minuten-Takt während der regulären Betriebszeit der S-Bahn München
  • Stammstrecke von Pasing bis Ostbahnhof: Es verkehren sechs bis neun S-Bahnen je Stunde (mindestens alle 10 Minuten eine S-Bahn)

  • Linie S8 zwischen München-Pasing und dem Flughafen München: 20-Minuten-Takt

  • Die Linie S1 wird nicht in Neufahrn geteilt, sondern fährt nur bis Freising. Ein Busnotverkehr zum Flughafen wird gestellt.
  • Auf der Werdenfelsbahn können bis zu zwei Drittel der Züge verkehren.
  • Bei der Südostbayernbahn (SOB) sollen auf der Hauptstrecke Mühldorf – München die wichtigen Pendlerzüge früh am Morgen sowie im abendlichen Berufsverkehr angeboten werden.
  • Zusätzlich zu dem Ersatzfahrplan sei die S-Bahn München bestrebt, von Mittwoch bis Freitag (20. - 22. Mai) trotz Streiks ein Ergänzungsprogramm bei der S 2, S 3 und S 4 aufrecht zu erhalten:

    • S2 im 20/40-Minuten-Takt: Dachau - Markt Schwaben, in der Zeit von 6:30 - 20 Uhr
    • S3 im 20-Minuten-Takt von Ostbahnhof bis Lochhausen/Olching, in der Zeit von 6:50 Uhr – 11:00 Uhr und 15:50 - 19:30 Uhr
    • S4 im 20/40-Minuten-Takt: Grafing Bahnhof – Geltendorf, in der Zeit von 7-20 Uhr

    Ab Samstag, 23. Mai 2015 bis Pfingstmontag, 25. Mai 2015, fahren die S-Bahnen lediglich im Ersatzfahrplan ohne Ergänzungsprogramm der S2, S3 und S4.

Alle Ersatzfahrpläne zum Streik finden die Fahrgäste der Bahn ab sofort auf www.bahn.de/aktuell.

  • Tagesaktuelle Reiseverbindungen – auch Umsteigeverbindungen und zusätzliche Halte während des Streiks – können jeweils am Vortag ab 14 Uhr über die Live-Auskunft auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und bei www.bahn.de/liveauskunft abgefragt werden.
  • Aktuelle Informationen zur Betriebslage können zudem als E-Mail abonniert werden. Der Streckenagent bietet umfangreiche und auf einzelne Linien bezogene Informationen zu Abweichungen im Betriebsablauf. Den Streckenagent erhalten Reisende im Internet unter www.bahn.de/streckenagent.
  • Wie bei den vergangenen Streik-Phasen ist die kostenlose DB-Servicenummer 08000 99 66 33 geschaltet.
  • Die DB bittet alle Bahnreisenden, sich vor Reiseantritt aktuell über ihre Verbindung zu informieren.

Neben der Gewerkschaft der Lokführer treten auch die Kita-Mitarbeiter und die Post-Angestellten in Streik. In unserem Live-Ticker halten wir Sie mit allen Streik-Neuigkeiten auf dem Laufenden.

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