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Streik: Bahn erhielt 60.000 Anrufe von Fahrgästen

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Gestern am Münchner Hauptbahnhof: Ab 14 Uhr streikten die Mitarbeiter der GDL, zahlreiche Züge vielen aus. Auch heute noch dürften viele Pendler auf der Strecke bleiben.

München - Der Streik bei der Bahn ist vorbei, doch der 14-stündige Ausstand hat weiterhin Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr sowie die S-Bahn. Pendler müssen auch am Donnerstag mit Ausfällen und Verspätungen rechnen.

Update vom 17. Oktober: Die GDL legt erneut ihre Arbeit nieder - und zwar über das gesamte Wochenende. Die Gewerkschaft der Lokführer ruft zu neuen Streiks bei der Bahn auf.

+++ Laut Bahn läuft der Zugverkehr mittlerweile deutschlandweit wieder normal. Nun steht die größere Baustelle an: Eine Einigung im Streit mit der Gewerkschaft erreichen. Der Ticker endet damit. +++

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+++ 12.30 Uhr +++ Die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste sind vorbei, für Bahn und Gewerkschaft geht es richtig los. Man erhebt schwere Vorwürfe gegeneinander. Die Bahn weist den Vorwurf der GDL vehement zurück, die Fahrgäste belogen zu haben. DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Nur mit ernsthaften Verhandlungen kann der Tarifkonflikt gelöst werden - nicht mit der Brechstange und nicht mit scharfen Worten. Wir wollen - am liebsten sofort - mit der GDL ohne Vorbedingungen darüber reden, wie sie für andere Berufsgruppen verhandeln kann. Oberstes Ziel bleibt, dass der Betriebsfrieden dabei nicht verloren geht. Nur dazu gehören zwei."

+++ 12.15 Uhr +++ Da glühten die Leitungen: Die Bahn hat am Streiktag 60.000 Anrufe von Fahrgästen auf der kostenlosen Service-Hotline erhalten, die ab 8 Uhr geschaltet war. Dass es einen regelrechten Ansturm gab, dürften viele schon am Mittwoch gemerkt haben: Ein Durchkommen war kaum möglich.

Beim Streik standen Bahnchefs auf den Bahnsteigen und halfen aus

+++ 9.50 Uhr +++ Erste Bilanz der Bahn: Streikbedingt standen um 5 Uhr bundesweit 131 Güterzüge still. Schwerpunkte der Streikaktivitäten bei der Bahn waren die Regionen Halle und Mannheim. Hunderte Mitarbeiter waren zusätzlich an den Bahnhöfen im Einsatz. Auch Führungskräfte und Verwaltungsangestellte standen auf den Bahnsteigen oder betreuten Kundentelefone, um den Reisenden zu helfen, ans Ziel zu kommen.

+++ 9.40 Uhr +++ Die Bahn ist rundum zufrieden mit ihrem Krisenmanagement beim Streik. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, hätte sich der frühe - von der GDL harsch kritisierte - Notfallplan am Mittwoch ausgezahlt. Die Bahn will das Konzept der "proaktiven Reduzierung der Verkehre " jetzt auch bei weiteren Streiks anwenden. Das Unternehmen hatte bereits Stunden vor dem Streik Züge abgestellt, damit das Chaos am Donnerstag geringer ausfällt. Hat offenbar geklappt - auch wenn es in den nächsten Tagen noch bei einer angespannten Situation bliebe.

+++ 9.25 Uhr +++ Nach dem Streik ist vor dem Streik, die Zweite: Viele stellen sich natürlich jetzt die Frage, wann die GDL erneut streiken wird. Die Lokführer haben am Mittwoch zum achten Mal innerhalb von sieben Jahren gestreikt. Manch einer spricht von Dauerstreik. Jetzt warnen sie aber vor einer Eskalation. Zwischen den Verhandlungspartnern geht nichts weiter. Die GDL kündigt Streikgefahr bis Weihnachten an - mit deutlicher Streikausweitung und kürzeren Ankündigungszeiten.

Chaos am Morgen nach dem Streik blieb aus

 +++ 9.13 Uhr +++ Nach dem Streik ist vor dem Streik - im Flugverkehr: Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings haben für 12 Uhr angekündigt, die Arbeit niederzulegen.

+++ 9 Uhr +++ Die S-Bahn meldet, dass es in München zu keinen Einschränkungen nach dem Streik mehr kommt.

+++ 7.48 Uhr +++ Bei der S-Bahn läuft offiziell seit 7 Uhr alles wieder rund, seit 4 Uhr sei alles "weitestgehend" störungsfrei abgelaufen, heißt es. So ist die Pünktlichkeitsquote derzeit laut MVV-App (Echtzeit). Lieber eine S-Bahn früher einplanen bei S1, S3 und S7!!!

S1: 43 Prozent

S2: 80 Prozent

S3: 62 Prozent

S4: 100 Prozent

S6: 87 Prozent

S7: 54 Prozent

S8: 84 Prozent

S20: 100 Prozent

+++ 7.40 Uhr +++ Guten Morgen! Der Streik ist überstanden, die Auswirkungen sind dennoch zu spüren. In Bayern fuhren zwei Drittel der Fernzüge nicht. Viele Pendler sind auf das Auto umgestiegen, weshalb es in den frühen Morgenstunden fast überall länger dauert als üblich. Unbedingt mehr Zeit einplanen!

14 Stunden Streik - Viele Pendler waren stocksauer

14 Stunden lang waren der Regional- und Fernverkehr sowie die S-Bahn nahezu komplett lahmgelegt - und zwar bundesweit! Der Streik, der am Dienstag um 14 Uhr begann und heute Morgen um 4 Uhr endete, hat die Bahn empfindlich getroffen. Viele Pendler waren stocksauer und verständnislos. Doch nicht nur auf den Schienen, sondern auch auf den Straßen herrschte in vielen Städten Chaos. Der Grund: Viele Menschen nahmen statt dem Zug das Auto - und landeten im Stau. Alle Ereignisse vom Mittwoch können Sie in unserem Streik-Ticker von gestern nachlesen.

Inzwischen ist der Ausstand der Bahn-Mitarbeiter zwar beendet, doch die Nachwirkungen werden wohl noch über den Berufsverkehr hinaus deutlich spürbar sein. Wie lange die Beeinträchtigungen genau dauern, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Fest steht lediglich: Auch am Donnerstag müssen sich die Pendler weiter auf Zugausfälle und zum Teil massive Verspätungen einstellen. In München und dem Umland trifft das vor allem jene hart, die auf dem Weg zur Arbeit auf die S-Bahn angewiesen sind. Diese verkehrt ähnlich wie bereits beim Streik in der Vorwoche auf vielen Linien nur im 60-Minuten-Takt.

Wir halten Sie in unserem Ticker auch heute wieder über alle Verspätungen, Zugausfälle und sonstigen Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs auf dem Laufenden. Und informieren Sie selbstverständlich auch, wenn auf den Schienen wieder alles rollt. Es sieht gut aus: Der Bahnverkehr normalisiert sich langsam.

Streik bei der Bahn ärgerte die Pendler schon am Mittwochmorgen

Am Mittwoch waren bereits Stunden vor Beginn des Streiks kaum noch Fernzüge gefahren. Bei der S-Bahn kam es bereits am Morgen vor dem Streik zu einzelnen Ausfällen. Und wer fürchtete, wegen des Ausstands nach der Arbeit nicht mehr nach Hause zu kommen und deshalb das Auto nahm, hatte ebenfalls Pech: Auf vielen Straßen in und um München bildete sich im Berufsverkehr Stau.

Mit dem Bahn-Streik fordert die GDL fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit für das Bahnpersonal. Außerdem will die Gewerkschaft bessere Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter mit Familien erwirken.

kg/kb

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