Ab Donnerstagfrüh geht nichts mehr

Monster-Streik! Das müssen Bahn-Fahrer jetzt wissen

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Ab Donnerstag, 2 Uhr, wird im Personenverkehr gestreikt.

München - Es geht schon wieder los – und wie! Bahnfahrer müssen sich auf einen Rekord-Streik einstellen: Ab Donnerstag Nacht 2 Uhr stehen bei der Deutschen Bahn alle Räder still – bis Montag um 4 Uhr in der Früh! Was Sie jetzt wissen müssen!

Update: Die erneute Streikankündigung bringt vor allem Pendler so richtig auf die Palme. Die Twitter-Meldungen unter dem Hashtag #GDL sind alles andere als verständnisvoll.

Vier Tage lang wollen die Lokführer ihre Arbeit im Personenverkehr niederlegen – der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens. Den Güterverkehr wollen die Lokführer ab dem heutigen Mittwoch bestreiken.

Aktion Münchner Fahrgäste kritisiert scharf

Damit sind eigentlich alle Zugkategorien im Bahnkonzern betroffen vom Fern- und Regionalzug über die S-Bahnen der Deutschen Bahn bis zum Güterverkehr. Außerdem sollen am Wochenende die Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin statt finden – die An- und Abreise dürfte sich für viele Teilnehmer komplizierter gestalten. Aufatmen können hingegen die Kunden von Privatbahnen – sie fahren auch während des Streiks nach Plan.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert.

Die GDL liefert sich einen Machtkampf mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Kern des Konflikts: Die im Deutschen Beamtenbund organisierte GDL will künftig nicht nur für die Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal Tarifverträge aushandeln. GDL-Chef Claus Weselsky sagt, man wolle und müsse für alle Mitglieder Tarifverträge aushandeln: „Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich.“ Die Bahn hatte vorgeschlagen, dass die GDL auch für die Zugbegleiter verhandeln dürfe. Sollten sich Beide aber nicht über Tarifregelungen für diese Berufsgruppe verständigen, soll letztlich das Ergebnis der Verhandlungen mit der im DGB organisierten EVG gelten. Weselsky spricht von einer „Scheinzuständigkeit für Zugbegleiter“, die die GDL nicht akzeptieren könne. Der EVG-Chef Alexander Kirchner greift Weselsky an: „Er schadet nicht nur der Bahn, er schadet der Gewerkschaftsbewegung, weil er eine andere Gewerkschaftslandschaft haben will.“ Diesen Machtkampf trägt die GDL ab Donnerstag auf Kosten der Bahnkunden aus.

Das müssen Bahn-Fahrer jetzt wissen

Mit dem längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn durchkreuzt die Lokführergewerkschaft GDL die Pläne von Millionen Zugreisenden. Sie müssen jetzt umplanen – die tz erklärt, worauf Betroffene achten müssen:

Karte stornieren: Betroffene Kunden können sich ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen – zum Beispiel in den DB-Reisezentren. Online-Tickets können über ein Formular im Internet erstattet werden.

Höherwertige Züge nutzen: Bahnreisende dürfen auf einen höherwertigen Zug umsteigen (beispielsweise ICE statt IC), wenn der ursprünglich gebuchte Zug nicht fährt. Problem: Der darf nicht vom Streik betroffen sein. Bei zuggebundenen Spartickets werde die Zugbindung aufgehoben, erklärt die Bahn. Ausgenommen seien Länder-Tickets, manche regionale Angebote wie das Schöne-Wochenende- und das Quer-durchs-Land-Ticket sowie reservierungspflichtige Züge.

Entschädigung: Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.

Rechtzeitig umplanen: Wer auf den Fernbus umsteigen will, sollte sich rasch umschauen. „Die Busunternehmen sind für den Marathonstreik der GDL gerüstet“, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer. Marktführer Meinfernbus.de hatte beim letzten Streik 100 zusätzliche Fahrten organisiert. Eine weitere Alternative: Mietwagen. In der Regel lassen sich die Buchungen bis 24 Stunden vor Abfahrt stornieren.

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