Streik: Fußballfans brauchen wohl Geduld

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So sah es am Dienstag Morgen um 8.18 Uhr am Münchner Hauptbahnhof aus.

München - In München mussten die Pendler am Dienstag in der Früh ab 6 Uhr mit massiven Einschränkungen im Berufsverkehr rechnen. Wie die Gewerkschaften GDBA und Transnet mitteilten, wurde der Hauptbahnhof blockiert. So war die Lage in München:

Nachdem der Großteil des MVG-Teams nicht in der GDL organisiert ist, konnte der Betrieb auf allen Strecken aufrecht erhalten werden, allerdings nicht immer im gewohnten Takt.

  • U-Bahn: Im morgendlichen Berufsverkehr kam in der Regel alle 10 Minuten ein Zug; vor allem die Verstärkerzüge waren nicht im Einsatz. Derzeit sind alle im Fahrplan vorgesehenen Fahrzeuge besetzt.
  • Tram: Nur die Verstärkerlinie 16 entfällt; auf den übrigen Linien läuft der Betrieb von einzelnen Ausfällen abgesehen weitgehend normal.
  • Bus: Die MetroBus-Linien fahren größtenteils regulär; bei den Stadt-Bus-Linien gibt es einzelne Ausfälle.

Verkehr auf den Straßen

- Da viele Berufstätige wegen des Streiks auf das Auto ausgewichen sind, war der morgendliche Berufsverkehr in und um München dichter als sonst. Auf fast allen Straßen staute es sich, Pendler brauchten auch hier Geduld.

Dauer des Streiks

Bei der S-Bahn sowie in Regionalzügen dauerte der Ausstand von 5 bis 10 Uhr morgens. Bei U-Bahn, Bus und Tram wollten die Mitglieder der GDL zwischen 4 und 19 Uhr streiken.

Heute Nachmittag Engpässe auf der U6 möglich

Die MVG weist darauf hin, dass es heute Nachmittag insbesondere auf der U6 zu Engpässen kommen kann. Um 20.30 Uhr beginnt in der Allianz Arena das DFB-Pokal-Spiel FC Bayern München – SV Werder Bremen. Die Anreise der Fans fällt damit nicht nur mit dem Berufsver-kehr zusammen, sondern auch noch voll in die Streikzeit (laut GDL bis 19 Uhr). Die MVG bittet alle Fußball-Zuschauer daher, möglichst frühzeitig loszufahren und mehr Zeit als üblich einzuplanen. Falls sich in einzelnen Bahnhöfen in der Innenstadt Überfüllungen abzeichnen, werden diese Stationen – wie in solchen Fällen auch im regulären Fußballverkehr üblich – bei Bedarf kurzzeitig gesperrt.

König: GDL von allen guten Geistern verlassen

MVG-Chef Herbert König: „Der heutige Streik beweist erneut, dass die GDL von allen guten Geistern verlassen ist. Sie streikt trotz des Aus-stands im Bahnverkehr; sie streikt, obwohl sie damit ihr eigenes Wort bricht und sie streikt ohne Rücksicht auf das heutige Fußballspiel. All das zeigt: Der GDL ist jedes Mittel recht, um Schlagkraft zu demonstrieren und ein maximales Chaos anzurichten. Dass sich die Auswirkungen bei der MVG bisher in Grenzen halten, ist einerseits der großen Geduld und Disziplin unserer Fahrgäste zu verdanken, anderseits aber vor allem un-serer Mannschaft; der überwiegende Teil der Kolleginnen und Kollegen ist nicht in der GDL organisiert und gibt heute zum wiederholten Mal alles dafür, um unseren Kunden trotz Streik ein möglichst schnelles Weiter-kommen zu ermöglichen.“

Massive Einschränkungen im regionalen Bahnverkehr

Die Warnstreiks der Eisenbahner und im öffentlichen Nahverkehr haben am morgendlichen Berufsverkehr in Bayern zu erheblichen Behinderungen geführt. Wie die Gewerkschaften GDBA und Transnet mitteilten, kam es seit den frühen Morgenstunden bayernweit durch Warnstreiks zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr sowie in bayerischen Großstädten auch im Nahverkehr.

Unter anderem waren von 5.00 Uhr an gut 50 Beschäftigte mehrerer Privatbahnen in den Ausstand getreten. Betroffen waren die Arriva- Töchter Regentalbahn in Cham und Zwiesel sowie Alex in Kempten, die Veolia-Töchter Bayerische Regiobahn und Bayerische Oberlandbahn. Auch in München gab es massive Behinderungen am Hauptbahnhof sowie Störungen im S-Bahn-Verkehr. Besonders betroffen sei der Hauptbahnhof in Nürnberg gewesen. Er sei durch den Ausstand komplett blockiert worden, Regional- und Fernverkehr lägen lahm. “Auch im Allgäu und im Bayerischen Wald stehen die Züge still“, sagte der Sprecher.

Eine Bahnsprecherin bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass es im Nürnberger Bahnhof zwischen 6.00 und 7.00 Uhr erhebliche Probleme gegeben habe, “das entspannt sich aber gerade wieder“. Auf der Strecke München-Ingolstadt-Nürnberg gebe es zudem weiter massive Einschränkungen wegen eines bestreikten Stellwerkes in München- Allach. Nach Angaben der Bahnsprecherin war davon auch die S-Bahn- Linie S2 betroffen. “Zudem ist ein Streik-Schwerpunkt das Allgäu.“

In Bahnhofsumfragen des Bayerischen Rundfunks (BR) äußerten zahlreiche Pendler zwar Verständnis für die Streikenden, beklagten aber zugleich die teils unzureichenden Informationen über Ausfälle. Die Warnstreikwelle im Zugverkehr mit jeweils zweistündigen Protesten soll sich bis in den späten Vormittag ziehen. Die Aktionen sind zunächst auf Dienstag beschränkt. Hintergrund sind festgefahrene Verhandlungen mit sechs großen Konkurrenten der Deutschen Bahn über einheitliche Tarifstandards für die Branche. “Unser Hauptaugenmerk gilt einem Branchentarifvertrag“, sagte Gebhardt.

Gleichzeitig wird in einigen bayerischen Großstädten auch der kommunale Nahverkehr den ganzen Tag über bestreikt. Wie eine Sprecherin der DBB Tarifunion mitteilte, mussten Pendler seit 4.00 Uhr in München und Nürnberg im Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Verkehr mit Verzögerungen rechnen, seit 6.30 Uhr auch in Augsburg. Der Autoverkehr in der Münchner Innenstadt sei jedoch in der Folge nicht problematisch gestiegen, hieß es seitens der Polizei.

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