Fahrplanwechsel am 13. Dezember

S-Bahn will Taktlücken schließen - und es gibt weitere Neuerungen

Verbesserungswürdig: Eine S-Bahn fährt aus dem Tunnel am Ostbahnhof.
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Verbesserungswürdig: Eine S-Bahn fährt aus dem Tunnel am Ostbahnhof.

Die S-Bahn verspricht zum Fahrplanwechsel ab übernächstem Wochenende Verbesserungen, etwa die Schließung von Lücken im 20-Minuten-Takt auf den Außenästen. Langfristig könnten einzelnen S-Bahn-Linien ausgeschrieben werden. Damit ist das Monopol der Deutschen Bahn bedroht.

  • Übernächstes Wochenende (13. Dezember) ist Fahrplanwechsel. Bei der S-Bahn gibt es viele Neuerungen.
  • Taktlücken auf den S-Bahn-Außenästen werden geschlossen, Servicemitarbeiter sollen auch bei den Fahrkarten helfen.
  • Langfristig sollen einzelne S-Bahn-Linien ausgeschrieben werden. Das ist aber Zukunftsmusik.

München – Es ist kein neues S-Bahn-Zeitalter, das ab dem 13. Dezember beginnt. Wohl aber verspricht das bayerische Verkehrsministerium zum Fahrplanwechsel ein kleines Feuerwerk an Verbesserungen. „Wir holen das aus dem System heraus, was mit der heutigen Infrastruktur möglich ist“, erklärt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU). Möglich macht das der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag, der mit einem Jahr Verspätung nun in Kraft tritt. Er garantiert der Deutschen Bahn den Betrieb des S-Bahn-Netzes bis ins Jahr 2034. Im Gegenzug hat sich die Bahn zu Verbesserungen verpflichtet, die sonst wohl schwerlich zu erreichen gewesen wären. Im einzelnen:

■  Fahrgäste entlang der Außenäste sollen von Betriebsbeginn bis Ende der Hauptverkehrszeit morgens einen 20-Minuten-Takt erhalten. Daher beginnen einige S-Bahnen, die bisher an einem Bahnhof mitten in der Strecke eingesetzt wurden, nun am Endhalt.

Beispiel: Die S1, die bisher um 5.35 Uhr in Oberschleißheim startete, beginnt künftig in Freising um 5.14 Uhr. Die S4, die bisher in Buchenau um 4.48 Uhr startete, fährt künftig schon in Geltendorf los (4.34 Uhr). Vergleichbare Ergänzungen gibt es für die anderen Linien, gab das Ministerium bekannt. Hier die komplette Übersicht.

■  Für den Fahrgast nicht unmittelbar relevant ist eine weitere Neuerung: Künftig muss die S-Bahn Strafe an den Freistaat zahlen, wenn drei Minuten oder mehr verspätet ist. Bisher lag die Grenze bei 6 Minuten. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die den Bahnverkehr für den Freistaat organisiert, verspricht auch Kapazitätsvorgaben für den Schienenersatzverkehr – wenn also Busse die S-Bahnen ersetzen müssen. Wird das im Störfall nicht umgesetzt, drohen finanzielle Einbußen. Die Vorteile für Fahrgäste sind Zukunftsmusik, aber immerhin: Ab Januar 2022 sollen Abo-Kunden und Zeitkarteninhaber bereits ab einer Verspätung von 30 Minuten Anspruch auf Erstattungsleistungen haben. Bisher liegt die Grenze hier bei einer Stunde Verspätung.

■  Die Praxis wird zeigen, was von folgendem Versprechen zu halten ist: Die S-Bahn will an Bahnsteigen in der Innenstadt (Hauptbahnhof, Marienplatz oder Laim) zusätzliche Servicemitarbeiter einstellen. Sie sollen beim Ticketkauf, beim Ein- und Ausstieg sowie bei Fahrplanauskünften behilflich sein und auch Fundsachen annehmen.

■  Auch WLAN kommt: In ersten S-Bahn-Zügen ist das schon installiert, bis Mitte 2023 soll die Umrüstung der Züge abgeschlossen sein.

Bei der 2. Stammstrecke legt sich das Ministerium auf kein Datum mehr fest

■  Ein Ausblick auf die Zeit, wenn die 2. S-Bahn-Stammstrecke in Betrieb genommen ist: Das Ministerium hält an dem umstrittenen Gedanken fest, vom 20- auf einen 15-Minuten-Takt umzustellen, obwohl sich dann niemand mehr die exakten Abfahrtzeiten merken kann. Neu ist das Versprechen, Express-S-Bahnen einzusetzen nach Mammendorf, Herrsching, Ebersberg und zum Flughafen. Die viel geforderte Express-S-Bahn zum Flughafen kommt also erst mit der zweiten Röhre. Allerdings verkneift sich das Ministerium eine Zeitangabe zur Fertigstellung der Stammstrecke Nummer 2. Bisher hieß es: 2028. „Münchner Merkur“ und tz hatten berichtet, dass bahnintern aber mit dem Jahr 2032 gerechnet wird.

Außerdem bestätigte das Ministerium einen Bericht der Zeitungen vom Oktober, dass die alten S-Bahnen der Baureihe ET 423 zum Teil durch Neufahrzeuge ersetzt werden sollen. 110 Züge sollen gekauft werden, sie sind so lang, wie heute drei aneinander gekoppelte S-Bahn-Züge, also 210 Meter. Der Zeitplan ist langfristig. Erst mit einem 2. Münchner-S-Bahn-Vertrag Ende 2034 sollen die Züge kommen. Dann sollen auch einzelne Linien ausgeschrieben werden – und das Monopol der DB endet. Denn: „Das würde die Beteiligung an der Ausschreibung auch für andere Verkehrsunternehmen attraktiv machen“, so das Ministerium.

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