1. tz
  2. München
  3. Stadt

„War Kult“: Traditionshaus am Stachus macht endgültig dicht - Gerüchte um prominente Nachfolger

Erstellt:

Von: Nina Bautz

Kommentare

Kaufhof am Stachus
Schlussverkauf im Kaufhof am Stachus - das Traditionshaus schließt. © Oliver Bodmer

Wenn Kaufhäuser schließen, dann ist das einmal mehr ein Zeichen für die Dominanz des Online-Handels. Nun muss eines der großen Traditionshäuser der Stadt endgültig weichen.

München - „Wir schließen diese Filiale!“, „Alles reduziert!“: Bunte Plakate an den Eingangstüren des Kaufhof am Stachus kündigen das endgültige Aus für das Kaufhaus an. Es ist das Ende einer 70-jährigen Ära, die nach einem langen Kampf zu Ende geht.

Schon vor zwei Jahren sollte diese Filiale schließen, die wie die anderen Galeria-Karstadt-Kaufhof-Häuser der Signa-Holding des österreichischen Milliardärs René Benko gehört. Damals kam es zu einer Rettung in letzter Minute – nach zähen Gesprächen, sogar OB Dieter Reiter hatte sich eingeschaltet. Der Haupteigentümer des Gebäudes, Michael Zechbauer, soll damals auf einen großen Teil der Mieteinnahmen verzichtet haben, um die Einigung zu ermöglichen. Nun aber ist wie geplant Schluss mit dem Traditionshaus.

Laut Zechbauer läuft der Mietvertrag noch bis Ende September. Vermutlich wird Kaufhof aber früher die Tore für seine Kunden schließen. Der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern hatte eine Anfrage bislang nicht beantwortet.

Verdi München konnte alle Mitarbeiter versorgen

„Wir sind glücklich, dass die Verlängerung geklappt hat“, sagt Dominik Datz, Einzelhandels-Beauftragter von Verdi München. Die Gewerkschaft hatte 2020 für die damals rund 300 Mitarbeiter gekämpft. „Der Plan ist aufgegangen: In den zwei Jahren konnten alle Mitarbeiter untergebracht werden.“ Ein Teil habe sich selbst um neue Jobs gekümmert, der andere Teil komme künftig in anderen Kaufhof-Filialen unter.

Und wie geht es ab Herbst mit der Pracht-Immobilie in Bestlage weiter? „Es ist noch offen, was danach passiert“, sagt Eigentümer Michael Zechbauer. Er ist nicht nur Eigentümer des Blocks, sondern auch Mieter der Verkaufsfläche im ersten Untergeschoss. „Wahrscheinlich ist, dass das ganze Gebäude neu strukturiert wird.“ Könnte bedeuten, dass dort künftig mehrere Mieter einziehen. Über mögliche Namen will Zechbauer nichts sagen. Spekuliert wurde unter anderem über Ikea und Zara, beide dementierten aber auf Anfrage. Auch Apple ist im Gespräch, das Unternehmen äußert sich nicht zu den Gerüchten. Das Rätselraten geht also vorerst weiter.

Münchner sind traurig über das Ende des Kaufhofs

Die Stammkunden des Kaufhof am Stachus sind traurig über das Ende. Auch Wolfgang Fischer vom Innenstadthändler-Verein Citypartner sagt: „Der Kaufhof war Kult, hat Generationen von Kunden versorgt. Das Ende ist schade.“

Und das Ladensterben in der Innenstadt geht weiter. Kürzlich haben erst New Yorker und Esprit dichtgemacht, H&M will die Fläche übernehmen. Aber Fischer ist zumindest in Bezug auf die Kaufhäuser zuversichtlich: „In Metropolen wie München bleiben Kaufhäuser in der Innenstadt weiter ein wichtiger Magnet. Und immerhin bleiben München mit Karstadt am Bahnhof, Kaufhof am Marienplatz und Oberpollinger ja noch drei.“ - Nina Bautz und Ulrike Kremer

Auch interessant

Kommentare

Mehr zum Thema