Schildbürgerstreich in Feldmoching

Bahnübergang für das Gleis nach nirgendwo

Feldmoching
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Direkt hinter dem neuen Bahnübergang endet das Gleis.

München - Über 60 Jahre lang war dieses Gleis für die Militärs unverzichtbar:

Nahe der Lerchenauer Straße zweigte es vom Schienen-Nordring der Bahn ab und führte in das zuletzt von der Bundeswehr genutzte Virginia-Depot. Auch ein Gewerbegebiet an der Detmoldstraße wurde damit erschlossen. Als die Stadt vor Kurzem die Detmoldstraße nach Westen verlängerte, wurde noch ein neuer Bahnübergang angelegt.

Ein Jahr später wurde das Gleis stillgelegt und herausgenommen, nur im Bereich der Straße blieb es drin. Ein Schildbürgerstreich? ÖDP-Stadträtin Mechthild von Walter kann jedenfalls nicht verstehen, wieso man noch einen Bahnübergang über ein Gleis baute, das kurz darauf abgebaut wurde.

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Stadtbaurätin Elisabeth Merk kann in einer Antwort auf eine Anfrage der ÖDP-Stadträtin immerhin beruhigen, dass der Stadt durch diesen Umbau keine Kosten entstanden sind. Dies, so Merk, regle ein städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Bahn: „In diesem Vertrag hatte sich die Deutsche Bahn AG verpflichtet, auf eigene Kosten die Planung und Herstellung der Kreuzung sowie Ablöse für die Erhaltungssatzung und Betriebslast für die Kreuzung zwischen Detmoldstraße und Gleistrasse zu übernehmen.“ Somit müsse die Bahn sowohl den Bau des Übergangs als auch dessen Unterhalt bezahlen.

Stadtbaurätin Merk kann auch den Grund nennen, wieso das Gleis zunächst nicht abgebaut wurde: „Auf eine Anfrage im Vorfeld seitens der Stadt München, ob dieses Gleis noch benötigt wurde, wiedersprach die Wehrbereichsverwaltung ausdrücklich einer Aufgabe des Gleisanschlusses, da dieser noch zwingend gebraucht werde.“ Dem habe die Bahn folgen müssen. Ende 2007 wurde der Abriss durch das Eisenbahnbundesamt genehmigt. Die Bahn sah sich am Montag außerstande, die Kosten für den Umbau zu beziffern.

J. Welte

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