Entscheidung sorgt für Aufruhr

Nach Pelzverbot für Gäste: Bahnwärter Thiel bekommt scharfe Kritik - „nicht umweltfreundlich“

Beim Bahnwärter Thiel müssen Pelzträger künftig draußen bleiben. Für die Entscheidung bekommt der Münchner Club von Peta Zuspruch und von anderer Seite  viel Kritik.

  • Pelzträger sind im Münchner Club Bahnwärter Thiel ab sofort nicht mehr erwünscht.
  • Die Tierschutzorganisation Peta lobt den Club für diese Entscheidung.
  • Doch es hagelt auch Kritik - von einem Pelzverband.

München - Kein Zutritt mehr für Pelzträger! Diese Entscheidung des Münchner Clubs Bahnwärter Thiel sorgte für mächtig Furore (tz berichtete). Die Tierrechtsorganisation Peta hat jetzt die Entscheidungsträger des Bahnwärter Thiel wegen ihrer harten Linie zu „Helden für Tiere“ erklärt. „Wir begrüßen das Pelzverbot im Bahnwärter Thiel* ausdrücklich. Jedes Jahr werden Millionen Füchse, Nerze, Kaninchen, Hunde, Katzen und weitere Tiere erschlagen, vergast oder mittels analem Stromschlag getötet, damit wir Menschen ihr Fell tragen können“, sagt Johanna Fuoß, Fachreferentin für Bekleidung und Textil bei Peta. 

Pelzmode erscheint als ein Relikt aus alter Zeit - und wird von Tierschützern in aller Welt verachtet. Nun soll sich das Image des Kürschnerhandwerkes ändern.

Bahnwärter Tiel verhängt Pelzverbot - Peta lobt das positive Beispiel

Mit der Urkunde zeichnet Peta regelmäßig Menschen für besonders tierfreundliches Verhalten aus. Fuoß: „Hoffentlich folgen immer mehr Clubbesitzer diesem positiven Beispiel.“ 

Der Deutsche Pelzverband sieht die Sache anders. „Sie müssen Pelz nicht mögen, Sie müssen Pelz auch nicht tragen, aber noch immer leben wir in einer freien Gesellschaft, in der jeder Mensch selbst entscheiden können muss, was er tragen möchte“, heißt es in einer Stellungnahme. Menschen dürfe nicht diktiert werden, was sie zu tun haben. 

Außerdem kritisiert der Deutsche Pelzverband den Umgang mit Kunstpelz: „Synthetische Fasern und Plastikmaterialien entstehen auf Basis von Rohöl, deren Endlichkeit als Ressource uns allen bewusst ist. Diese Materialien sind nicht biologisch abbaubar und belasten unsere Umwelt enorm.“ 

Echter Pelz dagegen sei ein nachhaltiges und langlebiges, biologisch abbaubares Material und damit eine hochwertige Alternative zur Wegwerfmode aus Plastik.

Lesen Sie auch: Die Tierschutzorganisation Peta hat kürzlich wegen einem anderen Fall von Tiermisshandlung Anzeige gegen einen Landwirt aus Oberbayern erstattet*.

cmy

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Bahnwärter Thiel

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