„Bandido“-Auflauf vor dem Amtsgericht

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Bandido Andy N. gab die brutalen Tritte zu.

München - Mitglieder der „Bandidos“ sind Brüder. Muss sich ein Rocker vor Gericht verantworten, stehen ihm alle bei. So kam es am Mittwoch vor dem Amtsgericht zu einem skurrilen Auftritt:

Über 30 breitschultrige und üppig tätowierte Typen im wilden Outfit füllten die Zuschauerbänke im Saal 225. Die beiden Opfer des Angeklagten Andy N. (27) verkrochen sich da lieber in der Zeugenbetreuungsstelle.

Bandidos (ihr Markenzeichen ist ein Mexikaner mit gezücktem Revolver und Machete) sind berüchtigt für blutige Auseinandersetzungen mit den konkurrierenden Hells Angels. Anlass ist nicht selten die Konkurrenz bei kriminellen Geschäften, etwa Zuhälterei.

Zuhälterei warf die Staatsanwaltschaft auch dem aus Hamburg stammenden Angeklagten Andy N. vor: Er soll seiner „Freundin“ Nadja (26) ihre Einkünfte aus der Prostitution abgeknöpft haben. Parierte sie nicht, setzte es Prügel. Als sie zu Christian M. überlief, bekam auch dieser Bandido-Solidarität zu spüren: Am 22. Mai schlugen Andy N. und unbekannte Mittäter Nadjas neuen Beschützer bei McDonald’s am Frankfurter Ring zusammen und stiefelten ihn: Gehirnerschütterung, Nasenbeinbruch! Auch Nadja wurde verprügelt.

Andy N. folgte dem Rat seiner Verteidiger Peter Guttmann und Peter Federau und gab die letzte Tat ohne Umweife zu. Im Gegenzug stellte das Gericht das Verfahren wegen Zuhälterei ein. Da er seinen Opfern die Zitter-Aussage vor Gericht ersparte, kam er mit zweieinhalb Jahren Knast davon. Macht insgesamt drei Jahre, da noch eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten offen ist.

Andys Brüder, die angesichts der Witterungsverhältnisse ihre Harleys zu Hause stehen ließen, blieben vor Gericht ganz brav.

Von E. Unfried

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