Schalter-Mitarbeiter auf der Hut

Banker legen Trickbetrügern das Handwerk

+
Die Bankangestellten Albert Kaifer (l.) und Martin Ruckdeschel (r.) bekamen von Elisabeth Schosser und Polizeivize Robert Kopp jeweils 100 Euro überreicht.

München - Solche Banker wünschen wir uns: Albert Kaifer und Martin Ruckdeschel haben zwei Rentnerinnen vor dem Ruin bewahrt. Die betagten Damen (84 und 85 Jahre alt) wären nämlich im Mai auf fiese Enkeltrickbetrüger hereingefallen.

 Doch die beiden Bank-Kundenberater waren auf Zack – und retteten den Seniorinnen jeweils 20 000 Euro!

Für Albert Kaifer von der Deutschen Bank in der Altstadt war es selbstverständlich nachzufragen, warum seine Kundin am 14. Mai plötzlich 20 000 Euro in bar abheben wollte. So erfuhr er, dass die Seniorin kurz zuvor einen Anruf der vermeintlichen Lebensgefährtin ihres Sohnes erhalten habe. „Sie brauche dringend 20 000 Euro für eine Ersteigerung in einem Auktionshaus“, erinnert sich der Bankangestellte. Gemeinsam riefen sie bei der echten Lebensgefährtin des Sohnes an. „Da war schnell klar, dass Betrüger angerufen hatten!“

Auch Martin Ruckdeschel von der Stadtsparkasse war alarmiert, als eine betagte Kundin am 20. Mai ebenfalls 20 000 Euro in bar abheben wollte. „Die Dame sagte, dass sie von ihrer Schwägerin angerufen worden sei, die dringend 20 000 Euro für einen Hauskauf benötige“, erzählt der Banker. Mit viel Diplomatie konnte der Angestellte eine Auszahlung verhindern. „Am nächsten Tag hat sich die Kundin persönlich bedankt.“

Für ihr umsichtiges Handeln bekamen Albert Kaifer und Martin Ruckdeschel gestern jeweils 100 Euro von Polizeivizepräsident Robert Kopp und Elisabeth Schosser vom Münchner Sicherheitsforum überreicht. „Beide Herren haben vorbildlich gehandelt“, lobte der Polizeivizechef. Er appellierte zudem an alle Münchner, noch aufmerksamer gegenüber dem Phänomen Enkeltrickbetrug zu sein: „Was da mit den betagten Bürgen passiert, ist eine Sauerei!“

JAM

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare