Großveranstaltungen fallen aus

Bau-Schäden! Oly-Halle bis Ende Oktober dicht

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Die Halle war im Juni für zwei Tage komplett ­gesperrt

München - Alles noch viel schlimmer! Die Umbaupause der großen Olympiahalle: Sie dauert nicht bis zum 21. August wie geplant, sondern bis zum 19. Oktober. Also fast neun Wochen länger! Das hat Folgen.

Grund: Schäden, die bei den Sanierungsarbeiten entstanden sind. Die Folge: Vier große Veranstaltungen fallen aus (oder müssen – falls möglich – verlegt werden). Olympiapark-Sprecher Arno Hartung: „Das ist ausgesprochen bedauerlich.“ Und es wird sicher auch ausgesprochen teuer …

Der Bauschaden, um den es geht, betrifft den sogenannten Beleuchtersteg – also die Träger, die unter dem Dach hängen und an denen unter anderem Scheinwerfer befestigt sind. Derzeit wird die Hallentechnik auf Vordermann gebracht. Dazu brauchte man ein Hilfsgerüst für den Beleuchtersteg – und an eben diesem Gerüst kam es zu den Problemen:

Schock-Tag 1: der 26. Juni. Ein Stahlseil der Hilfskonstruktion löst sich und beschädigt einen Träger. Die Halle wird vorsorglich gesperrt. Zwei Tage später geben die Experten aber grünes Licht. Die grundlegende Statik der Halle ist nicht betroffen, die Arbeiten können weitergehen.

Schock-Tag 2: der 1. August, also der Mittwoch. Eine Expertenrunde aus Statikern, Vertretern des Olympiaparks und der Stadtwerke begutachtet den Baufortschritt. Die bittere Feststellung: „Die Beseitigung der Schäden hat nun doch nachhaltigere Auswirkungen auf den Sanierungsplan als erwartet.“ Die Schäden am Traggerüst seien „nicht unerheblich“. Es bestehe zwar keine Einsturzgefahr für die Halle (Hartung: „Alles ist abgesichert“) – aber die Beleuchterbrücke mit ihrem Gesamtgewicht von rund 360 Tonnen (!) muss hundertprozentig sicher sein, bevor wieder Publikum in die Halle darf. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn die schwere Konstruktion während eines Konzerts abstürzen sollte – sie hängt direkt über der Arena.

Durch den Ausfall der vier Veranstaltungen gibt’s Ärger und natürlich Zusatzkosten. Die Besucher haben Tickets gekauft, Reisen gebucht, dazu kommen die Bau-Schäden an der Halle in bisher unbekannter Höhe. Hartung: „Wir können den finanziellen Schaden noch nicht beziffern.“ Klar ist aber auf alle Fälle: „Wie werden die Schadenersatzforderungen an die Verursacher weiterleiten.“ Wer genau schuld ist, ist bisher wohl aber noch unklar.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass jetzt wenigstens die Verzögerung im Plan bleibt. Wenn das klappt, dann wäre die erste Veranstaltung nach der Sperrung das Volleyballspiel Unterhaching gegen Berlin am 21. Oktober.

Uli Heichele

… und diese Veranstaltungen fallen aus

Die Sperrung der Olympiahalle: Sie trifft Sportstars, Rockmusiker und die neuapostolische Kirche – insgesamt vier Großveranstaltungen. Die ersten, die nicht spielen dürfen, sind die Handballer des THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt. Sie sollten am 21. August den Supercup in der Olympiahalle austragen. Jetzt müssen sie sich entweder einen neuen Termin oder eine andere Halle suchen. Danach fallen die Konzerte von Nickelback (26. September) und den Scorpions (13. Oktober) aus. Ebenfalls betroffen: der Jugendtag der neuapostolischen Kirche Süddeutschlands, der am 15. und 16. September hätte stattfinden sollen.

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