Bauleiter kassierte Schmiergeld

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Bauleiter Alois W. kassierte Schmiergeld

Feldkirchen/München - Bei ihm gab es Auf­träge gegen Bares: Als Bauleiter der Gemeinde Feldkirchen hatte Alois W. (48) bei der Vergabe von Aufträgen ziemlich freie Hand. Das nutzte er jahrelang schamlos aus.

Wenn eine Firma ein ­Geschäft mit der Gemeinde machen wollte, musste diese Schmiergeld zahlen!

Vor dem Landgericht gab der korrupte Angestellte am Mittwoch mit leiser Stimme alles zu. Wenn ­eine Straße asphaltiert oder ein Gehweg gepflastert werden musste, sollte der Bauleiter immer drei Angebote einholen. Doch zum Zug kam immer nur ein Unternehmen, das zum Schein zwei weitere Angebote mit überhöhten Preisen abgab. Dessen Chef steckte W. anfangs dafür 150 Euro zu. „Er wollte sich erkenntlich zeigen“, so der Angeklagte verharmlosend. Man kam ins Geschäft: Drei Prozent der Auftragssumme zahlte die Firma Schmiergeld.

Als bei der Sanierung zweier Kindergärten und eines Jugendtreffs Elek­troarbeiten anstanden, hielt Alois W. gleich die Hand auf: Im Haus seiner Ehefrau in Mark Schwaben ließ er Elektro-Arbeiten von über 4000 Euro durchführen, er erhielt eine Telefonanlage für 2429 Euro – als Gegenleistung. Und weil das noch nicht reichte, bekam er auch noch eine Dolby-Surround-Anlage mit vier ­Boxen und einer Bassbox. Alles vom Feinsten, versteht sich.

Jahrelang fiel das Treiben des korrupten Bauleiters nicht auf, erst Ende 2008 schrillten im Rathaus Feldkirchen die Alarmglocken.

Das Urteil wird am Donnerstag verkündet. Das Ergebnis ist allerdings schon vor seinem Geständnis abgesprochen worden: Er kriegt maximal zwei Jahren Knast - auf Bewährung. Dazu kommt noch eine fette Geldstrafe.

E. Unfried

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