Kastenberger-Prozess

Baulöwe muss mehrere Jahre in den Knast

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Unternehmer Josef Kastenberger (61, r.)

München - Im Prozess rang er mit den Tränen, das Urteil erwartete er mit Fassung – ganz Geschäftsmann. „Ich stelle mich der Verantwortung“, sagte Josef Kastenberger (61).

Wegen Untreue und Betrug verurteilte ihn das Landgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Kastenberger hatte Firmengelder veruntreut und so einen Millionenschaden verursacht. Da der Unternehmer seine Vergehen einräumte, erhielt er eine relativ milde Haftstrafe.

Trotz geschäftlicher Verbindlichkeiten in Millionenhöhe kündigte Kastenberger bereits neue Geschäfte für die Zukunft an. „Ich werde wieder Fuß fassen in München – hier ist meine Heimat, meine Familie und hier ist mein Immobilienmarkt“, sagte der 61-jährige Baulöwe. Aktuell habe er nur noch rund 10 000 Euro an Privatvermögen. Wichtiger ist ihm in diesen schweren Tagen emotionale Unterstützung: „Meine Familie steht hinter mir, ich erhalte viele Briefe.“ Aus Firmenbeteiligungen erwartet Kastenberger noch Beiträge um die sieben Millionen Euro. Ob er das Geld tatsächlich erhält, hängt von Verhandlungen ab. „Es braucht eine halbe Tischgröße, um sein Imperium optisch darzulegen“, sagte Richter Peter Noll. Kastenberger will nun „laufendes Aktienvermögen in Liquidität verwandeln“. Es sind Sätze wie diese, die den Unternehmer unheimlich machen: Es scheint, als jongliere er mit dem Geld. Nur: Dieses Mal hat er sich vergriffen.

A. Thieme

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