Buddeln für ein besseres München

Radlstreifen, Gehwege, Gleise - so eine Bauerei!

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Das Tal wird -umgebaut: Die Stadtwerke -verlegen neue Leitungen, da wird es zwischen Marienplatz und Viktualienmarkt eng.

München - Der Mai ist gekommen, die Bauarbeiter rücken aus …Während viele in den Pfingstferien Richtung Süden flüchten, packen Stadt und Stadtwerke die Baggerschaufel aus. Und die Münchner haben eine Riesen-Bauerei...

So erhält das Tal breitere Gehwege, in der Kapuziner­staße werden Sicherheitsstreifen für die Radler angebaut. Und die U-Bahn-Linie U6 hat im Norden nach 33 Jahren dringenden Sanierungsbedarf. Der Bürger soll von alledem profitieren – doch erst einmal haben wir eine Riesen-Bauerei...

Baustelle 1: Tal - Engstelle und Parkwüste

Wer derzeit zu Fuß vom Marienplatz zum Viktualienmarkt oder ins Tal will, der hat einen wahren Marathon von Baustellen zu absolvieren. So wird am Marienplatz das Sperrengeschoss modernisiert, weshalb Teile des Platzes gesperrt sind. Am Alten Rathaus läuft man als Passant dann in einen regelrechten Falschenhals.

„Hier drücken sich auf engstem Raum die Leute durch, die vom Marienplatz zum Viktualienmarkt und umgekehrt wollen“, schimpft CSU-Stadrat Richard Quaas. „Am Wochenende war fast kein Durchkommen mehr.“ Was ist hier los? „Die Stadtwerke verlegen hier neue Fernkälteleitungen“, klärt das städtische Baureferat auf. Dazu soll der unterirdisch verlaufende Stadtbach zu Kühlzwecken angebohrt werden. Das Problem, so Quaas: „Vor allem der Baucontainer verengt den Weg sehr.“ Die Stadtwerke wollen das ändern. „Der Container rutscht im Rahmen des Baufortschrittes um einen halben Meter weg“, verspricht SWM-Sprecher Christian Miehling. Viel ist das nicht, aber immerhin...

Die Tal-Anwohner Andreas Kunz und Barbara Kroth kriegen keinen Parkplatz.

Gleichzeitig ist das Tal wegen der Verbreiterung der Gehsteige bis Dezember deutlich verengt. Für viele Anwohner bedeutet das Ärger. „Wir können hier nicht parken und bezahlen für unseren Parkausweis 102 Euro im Jahr“, schimpft Andreas Kunz (37), der in der Sterneckerstraße wohnt. „In der Westenriederstraße ist es nicht besser.“ Dort stehen ein Baukran und die Container der Baufirmen vom Tal. „Ich traue mich schon nicht mehr, das Auto wegzufahren, wenn ich einmal einen Parkplatz gefunden habe“, sagt Kunz’ Nachbarin Barbara Kroth. Und im benachbarten Gärtnerplatzviertel könnten sie auch nicht parken, denn: „Da gilt unser Park­ausweis nicht.“

Das KVR sieht kein Problem. „Wir haben noch keine Beschwerden vorliegen“, sagt KVR-Sprecher Matthias Rischpler. „Man kann mit dem Parkausweis Altstadt im gesamten Altstadtbereich parken.“ Dem entgegnet Kunz: „Da finden Sie auch keinen Parkplatz, zumal ja beinahe überall Baustelle ist.“ Rischpler verspricht: „Wir werden das Problem beobachten.“

Baustelle 2: Kapuzinerstraße - ab Dienstag wird's hier richtig eng

Die Kapuzinerstraße: Dienstag gehen die Bauarbeiten los.

In der Kapuzinerstraße werden ab heute beidseitig Radfahrstreifen angelegt. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Bushaltestellenin der Straße barrierefrei ausgebaut, außerdem werden noch vorhandene Trambahngleise herausgerissen. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Die Bauzeit endet voraussichtlich im November, nur während der Wiesn gibt es eine Pause. Während der Bauzeit soll pro Richtung je eine Fahrspur frei bleiben. Zwischen Lindwurmstraße und Kapuzinerplatz soll während der Sommerferien eine Einbahnregelung in Richtung Kapuzinerplatz gelten. Wenn die Bauarbeiten beendet sind, steht den Autofahrern in der Kapuzinerstaße eine Fahrspur weniger zur Verfügung. Dabei sind Staus im Berufsverkehr hier jetzt schon meist heftig. Auch einige Parkplätze werden beim Umbau verschwinden.

Baustelle 3: U6-Gleisbau - Busse statt -U-Bahnen

Das erste Mal seit der Eröffnung am 19. Oktober 1971 halten ab

Am U-Bahnhof  Kieferngarten ist ab Dienstag stadteinwärts für die U6 Endstation.

Dienstag am U-Bahnhof Freimann keine Züge – und das bis voraussichtlich 25. August. Grund: Die MVG erneuert die Gleise zwischen Studentenstadt und Kieferngarten, weshalb die Züge an diesen Stationen enden. Auch die U-Bahn-Brücke über die Heidemannstraße wird saniert. Für das Public Viewing in der Allianz Arena während des Champions-League-Finales am Samstag gibt es keine Ausnahme! Zwischen Alte Heide und Fröttmaning fährt dann ein Expressbus (X106). Außerdem gibt’s zwischen Kieferngarten und Studentenstadt den herkömmlichen Bus der Linie 106. Er hält in Freimann Ost und Freimann (Frankplatz).

Johannes Welte

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