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Baut Büschl die Großmarkthalle? Verhandlungen mit neuem Investor „auf der Zielgeraden“

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Von: Sascha Karowski

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So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt.
So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt. © Henn

Baut der Paktposthallen-Investor Ralf Büschl auch die Großmarkthalle? Die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden, heißt es. Steigt die Firma Büschl ein, müsste aber vermutlich neu geplant werden. Denn dann sollen wohl auch Wohnungen entstehen.

München - Der Immobilienunternehmer Ralf Büschl (Paketposthalle) wird offenbar als Investor für den Neubau der Großmarkthalle einsteigen. Wie unsere Zeitung erfahren hat, sollen die Verhandlungen auf der Zielgeraden sein. Weiter heißt es, dass die Grünwalder Firma auf dem Areal in Sendling auch Wohnungen bauen möchte. Dies hatten die bisherigen Pläne jedoch nicht vorgesehen. Mithin müsste neu geplant werden. Eine Presseanfrage bei Büschl blieb unbeantwortet.

Neue Großmarkthalle in München: Fertigstellung wohl nicht vor 2030

Das ursprüngliche Konzept des Umschlagzentrums Großmarkt München (UGM) hatte auf dem Dach der neuen Großmarkthalle einen Bürokomplex mit etwa 60 000 Quadratmetern Fläche vorgesehen. Das hätte Raum für etwa 3000 weitere Arbeitsplätze geboten. Der Bau auf dem Areal zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße wäre bis zu 70 Meter hoch geworden und hätte wiederum Platz für alle etwa 400 Betriebe des Großmarktes geboten. Durch die Bündelung der Händler würden südlich der Thalkirchner Straße insgesamt 14 Hektar frei, worauf 1550 Wohnungen errichtetet werden könnten. Allerdings war bereits vor einem Jahr bekannt geworden, dass mit einer Fertigstellung der neuen Großmarkthalle frühestens 2030 zu rechnen ist.

Das UGM hatte bereits 2018 das Projekt vorgestellt, als Projektmanager das Grundstück zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße von der Stadt in Erbpacht zu übernehmen, um dort durch einen Investor einen Ersatz für die Großmarkthallen bauen zu lassen. Das ist notwendig, denn das Gebäude ist marode. Allein bis zum Jahr 2024 muss die Stadt insgesamt 30 Millionen Euro investieren, um die Halle statisch und technisch zu sichern.

Stadt München wollte die Großmarkthalle selbst bauen - das war aber zu teuer

Einst wollte die Stadt den Neubau selbst errichten, doch die Kosten liefen irgendwann davon, Das Kommunalreferat kalkulierte im Jahr 2017 bereits mit Investitionen von fast 160 Millionen Euro. Die damalige Rathausmehrheit aus CSU und SPD kassierte die städtischen Pläne sodann ein und suchte nach einem privaten Investor, der mit dem UGM gefunden schien.

Wie nun weiter bekannt wurde, sind in den Jahren 2020 und 2021 die Verhandlungen zwischen Stadt und UGM bezüglich des Erbpachtvertrages über einen langen Zeitraum nicht fortgeführt worden. Zahlreiche Details der Vertragsgestaltung seien daher weiterhin ungeklärt. Die Stadtpolitik will daher aufs Tempo drücken. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) sagte unserer Zeitung: „Eine sehr zeitnahe Entscheidung, wie sich UGM künftig aufstellen will, ist essenziell, damit wir wieder tiefer in die Verhandlungen einsteigen können.“

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