Was wird aus dem Kult-Betrieb?

Bayerischer Japaner muss um Lokal bangen

Winkt die Katze ihm das nötige Glück herein? Nomiya-Wirt Ferdinand Schuster will sein geliebtes Lokal nicht zusperren

München - Ferdinand Schuster serviert Weißbier und Helles zu Sushi. Doch der "bayerische Japaner", den alle liebvoll "Ferdl" nennen, fürchtet nun um die Existenz seines Unikats an der Wörthstraße 7 bangen.

In Ferdinand Schusters Lokal Nomiya wird Unertl Weißbier und Tegernseer Spezial zu Sushi serviert. Die Münchner haben deshalb sein Kultlokal, das der gebürtige Haidhausener seit über 17 Jahren betreibt, schlicht „Bayerischer Japaner“ getauft.

Doch Schuster, den alle liebvoll „Ferdl“ nennen, fürchtet nun um die Existenz seines Unikats an der Wörthstraße 7: Der Pachtvertrag läuft aus und Vermieter Rudolf Schwaab, der das Haus vor fünf Jahren für fünf Millionen Euro restauriert hat, will jetzt neu verhandeln. Statt 3200 Euro derzeitige Netto-Miete soll Schuster dann wohl rund 6000 Euro zahlen. „Wie soll ich das mit einem 70-qm-Gast­raum erwirtschaften? Da kann ich zusperren“, sagt Schuster zur tz. „Oder ich müsste meinen Bierpreis erhöhen, das will ich aber nicht,“, so der Wirt und ergänzt: „Immer geht ois auf d’Leit naus …“

Hauseigentümer Schwaab sieht das anders: „Herr Schuster soll im Haus bleiben!“ Aber: Die hohen Investitionskosten müssten sich amortisieren und vor allem müsste die Pacht dem aktuellen Marktpreis angepasst werden. Schließlich habe Schwaab aus der Nachkriegsruine ein wahres Schmuckstück gemacht. Eine neue Fassade, die der Denkmalschutznorm angepasst ist, sogar französische Lampen wurden aufgehängt – passend zum Franzosenviertel Haidhausen. „Das hat viel Publikum angezogen und davon profitiert Schuster ja auch“, sagt der Geschäftsmann.

Ferdl, der wenige, aber stets treffende Worte spricht, kontert: „So ein Schmarrn. Ich brauch keine französischen Lampen – und die Gäste sind all die Jahre zu mir gekommen, auch ohne Luxussanierung.“

Tina Layes

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