Bayern-Prinzessin verärgert den Richter

München - Eine Bayern-Prinzessin ist am Donnerstag vor dem Amtsgericht München gestanden und hat den zuständigen Richter verärgert. Die fälligen Extrakosten sind es der möglichen Nachfahrin von König Ludwig I. wert.

Aber, aber, Frau Prinzessin - was war da los am Abend des 24. Februar? Um 22.11 Uhr fuhr ein Auto in der Steinsdorfstraße bei Rotlicht über die Ampel. Es blitzte! Die automatische Kamera fertigte gestochen scharfe Bilder von einer hübschen blonden Frau.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei um eine Nachfahrin von König Ludwig I. handelt. Doch der Anwalt der Adligen bestreitet, dass seine Mandantin am Steuer saß. Am Donnerstag war die Sache Thema vor dem Münchner Amtsgericht.

In Begleitung von Anwalt Klaus Schickler erschien die Prinzessin am Donnerstag vor Gericht. Sie selber verweigert Angaben zur Sache. Richter Werner Wolferstätter hat angesichts des guten Fotos wenig Zweifel: „Nach meinem Dafürhalten sind Sie es.“ Einwand von Anwalt Schickler: „Oder die Mutter.“

Er zeigt ein Bild von der 45 Jahre alten Mama. Auch sie ist blond und sieht jugendlich aus. Zum Prozess hat die Prinzessin ihre Haare straff zurückgebunden und nicht locker wie bei früheren Fototerminen. „Ein geschickter Schachzug“, so Wolferstätter verärgert: „Ich lasse mich nicht gern auf den Arm nehmen. Wenn man etwas gemacht hat, soll man dazu stehen!“

Die Angeklagte will aber weiterhin nichts gestehen. „Dann lasse ich eben ein anthropologisches Gutachten anfertigen“, beschließt der Richter und betont: „Das kostet rund 1500 Euro.“ Das ist es der Prinzessin wert.

Eberhard Unfried

Rubriklistenbild: © dpa

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