Wegen Vergewaltigungen

Bayernkaserne: Streit um Asyl-Hilfe

München - Die CSU will die Flüchtlingshelferinnen aus der Bayernkaserne werfen! Das „Münchner Frauennetz“ hatte angeprangert, dass es dort „tagtäglich Vergewaltigungen und Prostitution“ gebe, die Landtags-SPD griff die Vorwürfe auf – konkrete Vorfälle konnte keiner benennen.

Die Polizei sprach von sieben Sexualdelikten in allen Einrichtungen in München. Deswegen will die CSU die Mitgliedsverbände des Frauennetzes aus der Flüchtlingshilfe abziehen.

„Solche unverantwortlichen, völlig überflüssigen und unwahren Behauptungen leisten dem Anliegen einer hohen Willkommenskultur einen Bärendienst!“, ärgert sich CSU-Stadtrat Richard Quaas. Vorurteile könnten verstärkt, Flüchtlinge zu Unrecht unter Generalverdacht gestellt werden, dass bei ihnen „Sodom und Gomorrha“ herrsche. „Der Schaden ist unübersehbar!“ CSU-Kollege Thomas Schmid fragt bei der Stadt an, was an den Vorwürfen dran ist, dass womöglich auch Menschenhändler in den Einrichtungen unterwegs seien.

Die Grünen nehmen die Helferinnen in Schutz – auch wenn deren Vorwürfe überspitzt seien. „Ihre Aufgabe ist es, Ungerechtigkeiten zu thematisieren und für Verbesserungen zu kämpfen“, sagt Fraktionschefin Gülseren Demirel. Wenn der Freistaat den Gerüchten ein Ende machen wolle, müsse er für eine bessere Unterbringung sorgen.

Auch die SPD fordert, dass alleinreisende Frauen in den Unterkünften ein abschließbares Zimmer bekommen. Zudem müssten die Wachleute besser ausgewählt werden.

dac

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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