Das ist Bayerns fieseste Betrügerin

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Dorothee B. (49)

München - Richter Martin Rieder ist üblicherweise ein ruhiger, geduldiger Mensch. Doch bei der Angeklagten Dorothee B. (49) platzt ihm der Kragen. Sie ist Bayerns fieseste Betrügerin.

„Sie haben der Frau alles genommen, was sie hatte. Das war eine ganz miese Nummer!“, ärgerte sich Rieder. Nur zögerlich gesteht Dorothee B. (49), dass sie betagte oder hilflose Menschen auf übelste Weise ausgenommen hat. Keinen Moment hatte Bayerns fieseste Betrügerin jedoch gezögert, ihre Opfer bis auf den letzten Cent auszuplündern.

Von 2004 bis März 2006 war die einschlägig vorbestrafte Geschäftsfrau im Knast gesessen. Völlig mittellos kam sie in Freiheit. Doch anstatt einer anständigen Arbeit nachzugehen, suchte sie sich neue Opfer.

Am schlimmsten traf es eine geistig leicht behinderte Frau aus Ohlstadt, deren Eltern ihr ein Vermögen vermacht hatten. Obwohl die 48-Jährige unter der Betreuung einer Rechtsanwältin stand, gelang es Dorothee B., sich bei dem hilflosen Opfer einzuschmeicheln. Mit fatalen Folgen: Innerhalb von zwei Jahren gelang es der Betrügerin, die Konten der Frau komplett zu plündern: Insgesamt 190 000 Euro! Schlimmer noch: Das Opfer musste Schulden machen, unter anderem für einen Leasingvertrag für einen VW-Bus mit Luxusausstattung. Erst als die Bank kein Geld mehr herausrückte und die Leasing-Raten von monatlich 1108 Euro ausblieben, holte das Autohaus das Fahrzeug zurück. 88 000 Kilometer war die Angeklagte damit gefahren.

Ganz schlimm traf es auch einen 75-jährigen Rentner aus Egling, dessen Vertrauen sich die böse Dorothee erschlichen hatte. Nachdem sie von ihm erfuhr, dass er für sein Alter vorgesorgt hatte, schwatzte sie ihm alles Geld mit leeren Versprechungen alles ab: 40 600 Euro! Jetzt muss der arme Mann mit seiner spärlichen Rente zurechtkommen.

Auch ein Musiker-Paar aus Starnberg wurde Opfer der Angeklagten. So versprach sie, Werbung für eine Tanzveranstaltung zu machen. Die Täterin kassierte fleißig ab, tat aber nichts.

Dorothe B. mietete stets schicke Wohnungen, zahlte aber meist nur die erste Miete. Dann blieb sie so lange umsonst in der Wohnung, bis die Vermieter schließlich ein Räumungsurteil erwirken konnten.

In Autohäusern gelang es der Angeklagten mehrfach, Fahrzeuge zu leasen, ohne dass ihre Zahlungsfähigkeit überprüft wurde. Mit den Autos fuhr sie so lange herum, bis sie zur Rückgabe gezwungen wurde.

In Möbelhäusern orderte Dorothee B. Einrichtung vom Feinsten, ohne je einen Cent zu überweisen. In einem Trachtengeschäft kleidete sie sich für über 10 000 Euro ein. Wie immer ohne Bezahlung.

Vor Gericht sagt sie zögerlich: „Ich schäme mich.“ Dann fängt sie gleich wieder an, ihre Taten schönzureden. Was bei den Richtern nicht gut ankommt. Rieder: „Für wie dumm halten Sie uns?“ Ihr droht jetzt eine Strafe von über zehn Jahren. Wegen ihres „Hanges zu Straftaten“, so die Richter, drohe ihre zudem die Sicherungsverwahrung. Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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