Prüfung der Bilder

Ministerium: Keine Eile im Fall Gurlitt

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Gurlitts Erbe soll ans Kunstmuseum Bern gehen.

München/Bern - Das bayerische Kunstministerium sieht keine Eile bei der Prüfung der Sammlung Gurlitt auf ihre Bedeutung für das deutsche Kulturgut.

„Es gibt keinen Handlungszwang, weil die Bilder ohnehin auf ein Jahr verwahrt werden sollen“, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. Der am Dienstag gestorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt hatte der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern im April vertraglich zugesichert, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen. 458 unter Raubkunstverdacht stehende Bilder sollen ein Jahr lang in der Obhut der Taskforce Schwabinger Kunstfund bleiben.

Nachdem bekanntwurde, dass Gurlitt seine umstrittene millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern und damit ins Ausland vermacht hat, kündigte das Ministerium an, Bilder aus der Sammlung auf ihre Bedeutung für das deutsche Kulturgut zu prüfen. „Unser Ministerium wird deshalb - wie im Gesetz vorgesehen - die Kunstwerke aus dem Besitz des verstorbenen Cornelius Gurlitt unter dem Gesichtspunkt national wertvollen Kulturguts überprüfen müssen und entsprechende Werke auch in diese Liste aufnehmen“, sagte der Sprecher.

Bei einer Ausfuhr der Sammlung in die Schweiz könnte das Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung (KultgSchG) greifen. Das Gesetz besagt, dass Werke, die im „Verzeichnis national wertvolles Kulturgut“ aufgelistet sind, bei Ausfuhr ins Ausland eine amtliche Genehmigung benötigen.

Gurlitts Leiche obduziert

Die Staatsanwaltschaft München hat die Leiche von Cornelius Gurlitt wieder freigegeben. Die Obduktion habe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden ergeben. „Laut Rechtsmedizin wurde eine eindeutige Todesursache gefunden“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstag. Welche das ist, wollte er nicht sagen.

dpa

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