Beckstein: Kampfansage an U-Bahn-Brutalos

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Günther Beckstein.

München - München streitet über einen der schlimmsten U-Bahn-Brutalos: Muss Serkan A. raus aus Deutschland oder nicht? Am Donnerstag erkämpfte die städtische Ausländerbehörde einen Teilerfolg.

Serkan A.

Das Verwaltungsgericht schmetterte die Klage des 24-Jährigen gegen seine geplante Abschiebung ab. Entschieden ist damit aber noch nichts. Denn Serkan A. will in Berufung gehen. Dr. Günther Beckstein (67) hofft, dass der Schläger damit ebensowenig Erfolg haben wird. In der tz macht Bayerns profiliertester Sicherheits-Politiker eine klare Kampfansage: „Wenn sich jemand so verhält wie Serkan A. und auch noch ,Scheiß Deutscher’ brüllt, dann ist es vernünftig, ihn auszuweisen.“ Der Staat müsse mit aller Härte auf solche Verbrechen reagieren.

Rückblende auf die dramatischen Minuten am 20. Dezember 2007 im U-Bahnhof Arabellapark: Der alte Herr liegt am Boden. Blutend. Wehrlos. Serkan A. holt mit dem Bein aus, dann tritt er zu. Gegen den Kopf. Wie beim Fußball. Sein Opfer, der damals 76-jährige Bruno N., überlebt nur knapp. Seine Kieferbehandlung muss der Rentner selbst bezahlen. Die Richter brummen Serkan A. (damals 20) zwölf Jahre Haft auf, seinem Komplizen Spyridon L. (17) achteinhalb Jahre.

Opfer: Der Schläger nutzt unseren Staat aus

Schon jetzt, drei Jahre später, will die Ausländerbehörde für die Zeit nach der Entlassung vorbeugen. Beide Brutalos sollen München verlassen. Doch während Spyridon L. seine Abschiebung nach Griechenland schon im Voraus akzeptiert hat, bestreitet Serkan A. den Weg durch die juristischen Instanzen. „Wir werden die Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgerichtshof beantragen“, bestätigte sein Anwalt, der Münchner Strafrechts-Profi Florian Wurtinger, der tz. Serkan A. wolle unbedingt in der Stadt bleiben.

Der Hintergrund: Er hat mit seiner Lebensgefährtin eine Tochter. Die Mutter wiederum betreut weitere Kinder aus anderen Beziehungen. Sie wolle nicht in die Türkei ziehen, erläuterte Wurtinger. „Mein Mandant möchte seine Tochter regelmäßig sehen.“ Das ist aber sein Problem – jedenfalls nach Meinung von CSU-Urgestein Beckstein: „Für unsere Gesellschaft muss der Schutz vor Straftätern im Vordergrund stehen.“

Tritt gegen den Kopf: Die Bilder aus der Überwachungskamera zeigten die ganze Brutalität, mit der die Täter am U-Bahnhof Arabellapark auf Bruno N. einprügelten

Der Fall Bruno N. habe Symbolcharakter: „Jeder Bürger muss den Anspruch an den Staat haben, dass er sich in der U-Bahn sicher fühlt. Und das sagt bewusst einer wie ich, der lange mit dem Dienstwagen herumgefahren worden ist. Dieses Privileg haben die normalen Leute nicht.“ Als Innenminister von 1993 bis 2007 hatte Beckstein den knallharten bayerischen Kurs im Kampf gegen Gewaltverbrecher vorgegeben. So betrieb er die Abschiebung des Serienstraftäters Muhlis A. alias Mehmet in die Türkei. In der Rückschau habe sich diese Linie bewährt, betonte Beckstein. „Kriminologen haben nachgewiesen, dass es nach der Ausweisung in der Statistik eine ,Mehmet-Delle’ gab. So ist die Zahl der Gewalttaten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund spürbar zurückgegangen.“

Der Ex-Ministerpräsident spricht von einer „generalpräventiven Wirkung“ und einem „hohen Abschreckungsgrad“.

Andreas Beez

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