Stadtrat beschließt neuen Service 

Behördengänge: Beim KVR geht bald vieles online

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Lange Wartezeiten beim KVR: Bald sollen die Münchner vieles Online erledigen können.

München -Mausklick statt Warteschlange: Die Stadt reagiert auf die langen Wartezeiten im KVR: Viele Behördengänge sollen bald auch online erledigt werden können. Was alles zum neuen Angebot gehört: 

Bis zu vier Stunden mussten Münchner in den vergangenen Wochen im Kreisverwaltungsreferat (KVR) warten, wenn sie sich beispielsweise ummelden wollten. Nicht wenige dürften sich dabei die Zeit mit ihrem Smartphone vertrieben und gedacht haben: Wenn ich das einfach online erledigen könnte, wäre ich schon längst fertig – und hätte mir sowohl den Gang zum KVR als auch die Wartezeit sparen können.

Nicht zuletzt um das ächzende KVR zu entlasten, will die Stadt deshalb künftig noch mehr Behördengänge auch übers Internet möglich machen. Viele der Dienstleistungen sollen sogar direkt online bezahlt werden können. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen.

Meldeangelegenheiten, aber keine Pässe

Geplant sind beispielsweise Meldebescheinigungen, Aufenthaltsbescheinigungen und Melderegisterauskünfte. Wer wegen eines Umzugs ein Halteverbot vor seinem Haus einrichten will, kann das künftig auch online melden. Umzüge innerhalb der Stadt können hingegen derzeit aufgrund der Rechtslage nicht komplett online gemeldet werden, die Stadt rechnet jedoch damit, dass sich das mit dem neuen Bundesmeldegesetz ändern wird. Auch der Übermittlung ihrer Adressen beispielsweise an Parteien oder Telefonbuchverlage sollen Bürger künftig online widersprechen können. Ausweise und Pässe hingegen können weiterhin nicht von zu Hause aus beantragt werden, hieß es gestern aus dem KVR.

SPD-Stadträtin Bettina Messinger nannte die neuen Angebote gestern „zeitgemäß“. „Die Bürger haben ein Recht auf eine effiziente, kundenorientierte und moderne Verwaltung“, sagte sie.

Die Entlastung dürfte spürbar sein

Insbesondere wenn mehr Menschen ihre Meldeangelegenheiten online regeln, dürfte das die Bürgerbüros und das KVR merklich entlasten: 2012 verzeichnete die Verwaltung in diesem Bereich 400.000 persönliche Vorsprachen und 800.000 schriftliche Anfragen. Die Stadt sieht deshalb in den neuen Online-Behördengängen ein „hohes Nutzungspotenzial“. Die Hoffnung ist, dass einerseits die Wartezeiten in KVR und Bürgerbüros sinken und sich gleichzeitig die Kundenzufriedenheit erhöht, weil die Bürger nicht mehr an feste Öffnungszeiten gebunden sind.

Neben den Meldediensten sollen online auch Haltverbote beantragt und Bauanträge gestellt werden können. Mit künftig mindestens 8000 Haltverbot-Beantragungen per Internet rechnet die Stadt im Jahr. Die 6000 Bauanträge, die jährlich eingehen, werden zwar schon jetzt in Online-Formulare eingetragen, müssen aber immer noch in Papierform eingereicht werden.

Bald sogar per App?

Zusätzlich zu den Online-Behördengängen sollen Bürger künftig auch übers Internet stärker mitreden können: Mit Online-Umfragen können die städtischen Referate so bei bestimmten Themen ein Meinungsbild aus der Bevölkerung einholen. Von einzelnen Fragen bis zu kompletten Fragebögen sollen diese Online-Umfragen der Stadt bei Entscheidungen helfen. Auch Anliegen an die Verwaltung sollen Bürger künftig übers Internet melden können – beispielsweise Vorfälle mit gefährlichen Hunden oder die Sichtung von Ungeziefer. Angedacht ist, dass Bürger solche Vorfälle auch per App und mit ihrem per GPS ermittelten Standort melden können.

Vor allem die Grünen hatten solche Angebote immer wieder gefordert und verweisen auf andere Städte. In Norderstedt bei Hamburg beispielsweise können Bürger mit der App „HalloHier“ ihre Anliegen melden. Auch in Wien ist das möglich, darüber hinaus veröffentlicht das Wiener Rathaus eine Menge Daten im Netz. So können sich Bürger beispielsweise die Standorte von öffentlichen Grünflächen, Polizeistationen oder auch Feuerhydranten in einer Vielzahl offener Dateiformate herunterladen.

Moritz Homann

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