Team des tz-Bürgeranwalts hilft

Bei eBay vertippt und 30.000 Euro geboten

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Rechtsanwältin Daniela Riedmayr mit ihrem Mandanten Julian H. vor seinem Rechner.

München - Julian H. (18) aus München wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Er hat sich bei eBay vertippt - und versehentlich ein Gebot von mehr als 30.000 Euro abgegeben.

Beim Bieten vertippt

Ich habe im April 2014 einen gebrauchten Lackoverall über eBay verkauft. Ein Bieter vertippte sich und gab versehentlich ein Gebot über 30 000 Euro an, wodurch er natürlich als Höchstbietender den Zuschlag bekam und der Kaufvertrag geschlossen wurde. Wir konnten per E-Mail das Missverständnis klären und wickelten den Kauf zu einem Preis von 25 Euro inklusive Versand ab. Aber eBay besteht auf einer Verkaufsprovision in Höhe von 200 Euro, berechnet aus dem Kaufpreis von 30 000 Euro. Wir haben beide bei eBay das Missverständnis mitgeteilt, aber eBay ging darauf nicht ein und sperrte meinen Account, so dass ich jetzt unseren E-Mailverkehr nicht mehr nachvollziehen kann und mich auch mit dem Käufer nicht mehr in Verbindung setzen kann. Ich habe mir dann eine Rechtsanwältin genommen, aber eBay will hart bleiben und verlangt jetzt 291,38 Euro, weil zu der Verkaufsprovision noch die Anwaltskosten hinzukommen. Die Firma will sich nur auf 230 Euro herunterhandeln lassen. Das ist immer noch viel zu hoch, weil der Kaufpreis ja nur 25 Euro betrug. Ich hoffe, Sie können da etwas machen!

Julian H. (18), Auszubildender aus München

Die Rechtsanwältin Daniela Riedmayr aus München schilderte den Fall, und die tz fragte bei eBay an, ob das Problem nicht kulant gelöst werden könne. Die Presseabteilung von eBay erklärte, dass man sich entschlossen habe, in diesem Fall Kulanz walten zu lassen und die Gebühren zu streichen. Allerdings habe der 18-jährige Verkäufer sich auf der Online-Versteigerungsplattform falsch verhalten und hätte deswegen eigentlich zahlen müssen.

Der tz-Leser habe zwei Konten bei eBay – und selbst bei seiner Verkaufsaktion auf seinen eigenen Artikel mitgeboten, um so den Preis zu steigern. „Als er realisiert hat, dass er Höchstbietender ist, hat er sein letztes Gebot zurückgezogen“, schreibt eBay. Danach einigte er sich per E-Mail mit einem anderen Bieter darauf, dass dieser den Lackoverall für 25 Euro bekommt. Er versandte das gute Stück. Für eBay zählen aber die 30 000 Euro, die versehentlich als Höchstgebot eingegeben waren. Die Firma forderte die entsprechend hohe Verkaufsprovision. Um die zu vermeiden, hätte der Kauf abgebrochen werden müssen.

Dies aber lehnte der Käufer ab. „Der Grund dafür war wohl, dass der Käufer den Artikel ja schon bei sich hatte und wahrscheinlich gedacht hat, dass er den Artikel bei einem Transaktionsabbruch zurückgeben muss“, vermutet eBay. Also blieb es bei der Verkaufsprovision von 200 Euro – bis sich die tz einschaltete. Aber eBay betont, „dass die Rücknahme des Inkassos und das Streichen der Gebühren eine Ausnahme ist“.

„Ich kann nicht sagen, ob der Fall so stimmt, wie ihn eBay schildert, oder so, wie ihn mein Mandant in Erinnerung hat“, sagt Rechtsanwältin Riedmayr. Da das Konto von Julian H. gesperrt sei, könne sie seine Korrespondenz mit dem anderen Käufer nicht lesen. Sie freut sich jedenfalls mit ihrem Mandanten, dass er zum Schluss doch noch glimpflich davonkam.

Susanne Sasse

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