Beide Münchner Unis behalten Elite-Status

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Ein Blick in die LMU

München - Der Titel bringt nicht nur Ansehen, sondern auch Geld: Die beiden Münchner Universitäten LMU und TUM dürfen sich auch weiterhin Elite-Uni nennen.

Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die Technische Universität in München (TUM) können sich auch weiterhin mit dem Titel Elite-Universität schmücken. Elf Hochschulen in Deutschland dürfen sich bis 2017 so nennen. Der Bewilligungsausschuss der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern vergab am Freitag in Bonn hohe Fördergelder für die Zukunftskonzepte der LMU und TUM.

Außerdem werden fünf weitere Hochschulen in Bayern gefördert. Ausgewählt wurden dafür sechs fachübergreifende Spitzenforschungsprojekte (Exzellenzcluster) und neun Graduiertenschulen - damit waren 17 von 20 Vorhaben erfolgreich. Wie Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sagte, gehen in den nächsten fünf Jahren insgesamt 450 Millionen Euro an Konzepte in Bayern.

Der Freistaat habe damit bei der zweiten Förderrunde sein Ergebnis gegenüber 2007 um rund 30 Prozent verbessert. „Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagte Heubisch. Aufgrund der Belastung durch den doppelten Abiturjahrgang sei er zwar anfangs skeptisch gewesen, ob die Förderung klappt. Doch die Eigenständigkeit und große Motivation an den Hochschulen in Bayern habe sich ausgezahlt. „Sie haben hier Freiheiten wie in fast keinem anderen Bundesland, etwa welche Fächer sie anbieten und welche Fakultäten sie errichten.“

Fast alle bayerischen Universitäten haben sich im Wettbewerb erfolgreich behauptet. „Die Förderanträge der Universitäten Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Regensburg, Bayreuth und Bamberg sind allesamt bewilligt worden. Auch die Universität Augsburg ist an einem Exzellencluster maßgeblich beteiligt“, sagte Heubisch. Somit würden acht von neun staatlichen Universitäten bei der Exzellenzinitiative gefördert. Nur Passau war nicht dabei.

An die TUM fließen nach eigenen Angaben von November 2012 bis 2017 mindestens 165 Millionen Euro. „Das eindeutige Votum der Fachgutachter aus aller Welt bestärkt uns an der TUM, den vor allen anderen deutschen Universitäten eingeschlagenen Modernisierungskurs fortzusetzen. Unsere Ziele: Wissenschaftlichkeit, Internationalität, Unternehmertum“, sagte Uni-Präsident Wolfgang Herrmann laut Mitteilung. LMU-Präsident Prof. Bernd Huber sagte nach Angaben der Hochschule: „Dass wir uns in diesem anspruchsvollen und schwierigen Wettbewerb mit allen Vorhaben durchsetzen konnten, das ist sensationell.“ Besonders freue ihn, dass die Förderung nun von den Geistes- über die Naturwissenschaften bis hin zur Medizin reiche.

Auf den Lorbeeren ausruhen dürfe man sich in Bayern dennoch nicht, betonte Wissenschaftsminister Heubisch. „Auch wenn ich nicht alle Wünsche erfüllen kann - investiert werden muss weiter.“ Vor allem, weil er nicht glaube, dass es eine dritte Exzellenzinitiative geben wird, müsse weiter an der Qualität gefeilt werden. Auch die Studenten profitierten von der Förderung: Die Dozenten trügen die Fortschritte in die Lehre hinein.

Die SPD-Hochschulsprecherin Isabell Zacharias forderte mit Blick auf das Jahr 2017 - wenn die Mittel aus der Exzellenzinitiative auslaufen: „Hier brauchen wir ein Folgeprogramm, das besonders Mittel für die Lehre vorsieht.“ Die Geschäftsführerin der Studentenvertretung der LMU, Michelle Klein, kritisierte, dass der Fokus der Exzellenzinitiative stets auf Einzelprojekte in der Forschung gerichtet ist. „Kleinere, nicht prestigeträchtige Forschungsprojekte gehen leer aus, zudem bleibt die Lehre in der Exzellenzinitiative unbeachtet.“

Bei der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geht es bundesweit um die Vergabe von 2,7 Milliarden Euro Forschungsgeldern, die die Universitäten bis 2017 zusätzlich erhalten. Davon trägt 75 Prozent der Bund, 25 Prozent zahlen die Länder. In der ersten Phase der Exzellenzinitiative waren von 2006 bis 2011 bereits rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt worden.

dpa

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