Reisender stürzt schwer an Donnersbergerbrücke

Beim Bieseln den Fuß gebrochen?

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Der S-Bahnhof an der Donnersbergerbrücke: Auf dem Weg vom Bahnsteig in die Stadt stürzte Christian Große, weil er in einen Betonspalt trat. Dabei verletzte er sich schwer.

München - Das hat wehgetan! Als Christian Große (38) den Bahnsteig an der Donnersbergerbrücke verließ und die Treppen herabstieg, hat es unten plötzlich laut geknackt. Der linke Fuß: glatt gebrochen.

 Denn im Pflaster tat sich ein Zwei-Zentimeter-Spalt auf. „Nur deshalb bin ich gestürzt“, sagt der Bankkaufmann aus Markt Indersdorf (Kreis Dachau), der sich beim Fallen auch den Hals verrenkte.

Christian Große

Die Verletzungen, die sich Große bereits im Juni 2013 zuzog, sind mittlerweile gut verheilt. Sein Unfall hatte aber ein juristisches Nachspiel: Der langjährige Bahnkunde verklagte die Betreiberfirma des Geländes auf Schmerzensgeld. „Um meine BahnCard und meinen Geldbeutel im Koffer zu verstauen, bin ich kurz zur Seite getreten“, sagt Große, der beruflich täglich durch die Republik reiste. Ausgerechnet der Weg, auf dem er stürzte, ist aber weder baulich noch durch Schilder als nicht zu betretendes Betriebsgelände abgegrenzt.

Bitter für den Bankkaufmann: Vor Gericht steckt er gleich zwei Watschn ein. Das Amtsgericht wies seine Klage ab, weil die Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt worden sei. Außerdem dürften Reisende die Bahnanlagen nicht betreten, zu denen der Weg gehört. Das Landgericht wies im Mai auch seine Berufung ab. Grund: Nach „Beendigung seiner Verrichtung“ könnte Große beim Umdrehen rückwärts gegangen sein, „was an einem solchen Ort besonders sorgfaltswidrig ist“. Im Klartext: Das Gericht schloss erstens nicht aus, dass er auf das Bahngelände gebieselt hat (was Große bestreitet). Und zweitens, dass er gerade deshalb gestürzt ist.

Dumm gelaufen für Große, der die Urteile enttäuschend findet. Er sagt: „Ich war auf dem Weg zu einer Besprechung und musste nicht pinkeln. Das hätte ich vorher im Zug erledigen können oder im Büro.“ Sein Sturz sei auch nicht die Folge von Ungeschicklichkeit.

Worüber Große sich als Bahnkunde auch aufregt: „Ich kann nicht damit rechnen, dass ich auf diesem Gelände stürze – die Bahn muss sich doch darum kümmern.“ Auf dem Weg, der zu einem Trafohäuschen führt, gebe es auch keine Warnschilder. „Stattdessen habe ich öfter Leute dort sitzen sehen.“

Mittlerweile hat Große genug vom Reise-Ärger. Heute arbeitet der Bankkaufmann wieder fest in einer Filiale. Da ist er wenigstens sicher …

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