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Alf-Lechner-Kunst auf dem Schrott?

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Geretsried - Teile des tonnenschweren Stahlobjekts „Versinkende Gruppe“ von Alf Lechner sind verschwunden.

Auch Joseph Beuys musste die bittere Erfahrung machen, dass seine Kunst nicht immer als solche erkannt wurde. Dem international renommierten Bildhauer Alf Lechner geht es offenbar ähnlich. Von seiner fünfteiligen Skulptur „Versinkende Gruppe“, die auf dem Gelände der ehemaligen Verwaltungsschule und heutigem Seniorenwohnheim „Haus Elisabeth“ in Geretsried steht, sind zwei Teilstücke spurlos verschwunden.

Nach Lechners Angaben ist das gesamte Stahlobjekt rund 400 000 Euro wert. Unter welchen Umständen die fehlende Stücke, die jeweils mehrere tausend Kilogramm wiegen, abhanden gekommen sind, wird nun von der Polizei untersucht.

Der Besitzer des Kunstwerks, die Investorengesellschaft ILG Fonds GmbH aus München, die das Grundstück nach eigenen Angaben samt den Skulpturen gekauft und das Heim gebaut hat, weiß von einem Fehlen der Teile offensichtlich nichts. „Mir ist lediglich bekannt, dass im Zuge der Baumaßnahmen ein Teilstück beschädigt wurde und eines eingelagert ist“, sagt ILG-Mitarbeiter Wolfgang Metschnabel.

Alf Lechner, der über 20 Jahre in Geretsried gelebt und gearbeitet hat, ärgert sich, dass seine stählerne Arbeit „nicht als Kunst erkannt und schlampig eingelagert wurde“. Die „Versinkende Gruppe“ aus dem Jahr 1992 stellt für ihn eine „sehr wichtige Arbeit“ dar, da sie äußerst schwierig herzustellen war. Da die tonnenschweren Teile nur mit einem Kran transportiert werden können, glaubt Lechner, dass sie gestohlen wurden und bei einem Schrotthändler gelandet sind. (rd)

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