Bundespolizei ermittelt

Beim Schwarzfahren erwischt: Mann isst Selbstauskunft auf!

München -Immer wieder kommt es zu körperlichen Attacken gegen Fahrscheinkontrolleure, berichtet die Bundespolizei. Manche Fahrgäste, die ohne Fahrschein erwischt werden, versuchen auch zu flüchten. 

Am Sonntag ist es in zwei Münchner S-Bahnen zu zwei ungewöhnlichen Vorfällen gekommen, nach denen die Bundespolizei strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen hat:

Gegen 06.25 Uhr wurde ein männlicher Fahrgast in einer S6 aus Tutzing Richtung Innenstadt einer Fahrscheinkontrolle unterzogen. Erst zeigte der Fahrgast eine abgelaufene und ungültige Tageskarte vor, dann eine Isarcard. Diese nutzte er allerdings außerhalb der Gültigkeitszone. Als das Kontrollpersonal eine Fahrscheinnachlösung ausstellen wollte, mischte sich ein 29-jähriger Begleiter des Mannes ein. Er stellte sich zwischen die Kontrolleure und den Freund. 

Als die S-Bahn am Hauptbahnhof zum Stehen kam, flüchtete der Freund unerkannt. Der 29-Jährige sollte daraufhin zur Bundespolizei mitkommen, was er zunächst auch tat. Im Zwischengeschoss wollte er dann ebenfalls flüchten, wurde jedoch von den Kontrolleuren körperlich überwältigt. Jetzt wertet die Bundespolizei die Videoaufnahmen aus und führt Ermittlungen um den unbekannten Leistungserschleicher zu identifizieren. 

Der zweite Fall ereignete sich gegen 22.50 Uhr, ebenfalls in einer aus Tutzing Richtung Innenstadt fahrenden S6. Ein 28-jähriger Mann entzog sich in der S-Bahn durch Weggehen zunächst der Kontrolle. Die Kontrolleure folgten ihm und stellten den 28-Jährigen am Haltepunkt Karlsplatz. Dort füllte er eine Selbstauskunft aus. 

Als sich die schriftlichen Angaben als falsch entpuppten, versuchte der Mann zu flüchten, konnte jedoch von den Kontrolleuren daran gehindert werden. Anschließend kam es beim Warten auf die alarmierte Bundespolizei zu Beleidigungen und erneuten Fluchtversuchen, die jeweils unterbunden werden konnten. 

Als der Mann seine Ausweglosigkeit erkannte, schlug er einem 21-jährigen Kontrolleur mit der Hand ins Gesicht, es kam zur Rangelei. Die herbeigerufene Streife der Bundespolizei trennte mehrere, miteinander rangelnde Personen. Als die Selbstauskunft des Mannes zu Boden fiel, ergriff der 29-Jährige diese, zerknüllte sie, steckte sie in den Mund und schluckte sie hinunter. 

Durch die Auseinandersetzung erlitt der 21-jährige Kontrolleur Hautabschürfungen am Hals sowie Hämatome am Oberarm. Der Mann verweigerte einen freiwilligen Alkoholtest. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung, Beleidigung, Betrug sowie Urkundenfälschung und Urkundenunterdrückung ermittelt. Auch hier wird der Auswertung aufgezeichneter Videosequenzen im Strafverfahren besondere Bedeutung zukommen.

mm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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