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Bekannt aus „Die Höhle der Löwen“: Für den insolventen Kuchentratsch gibt es Hoffnung

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Von: Nadja Hoffmann

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Eine neue Perspektive gibt es nun für die Senioren, die ihre ganze Backkunst eingebracht haben
Eine neue Perspektive gibt es nun für die Senioren, die ihre ganze Backkunst eingebracht haben. © Kuchentratsch

Im Juli musste das gefeierte Social-Startup Kuchentratsch Insolvenz anmelden: Jetzt gibt es zuckersüße Nachrichten für 53 Senioren, die ihre Backkünste in die Firma eingebracht haben. Es gibt verbindliche Angebot für eine Übernahme. Die nächsten Wochen entscheiden.

Es war eine der Nachrichten in diesem Sommer, die in München niemand hören wollte: die Insolvenz des gefeierten Startups Kuchentratsch. Dem jungen Unternehmen von Katharina Mayer, das in der Fernseh-Sendung „Die Höhle der Löwen“ deutschlandweit bekannt wurde. Das Konzept schmeckte einfach jedem: Senioren backen ihre besten Kuchen, können so in Gemeinschaft ihre Rente aufbessern. Und die Kunden bekommen süßes Backwerk, das so schmeckt wie in Großmutters Küche.

Besonderer Moment: Der Kuchentratsch-Auftritt in der „Höhle der Löwen“
Besonderer Moment: Der Kuchentratsch-Auftritt in der „Höhle der Löwen“ © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sechs Wochen nach dem Pleiteschock vom Juli nun die Wende: Wie der vorläufige Insolvenz-Verwalter Dr. Max Liebig auf Anfrage erklärt, zeichnet sich nach zahlreichen Gesprächen ein Zwischenerfolg ab: Demnach liegen sogar gleich mehrere verbindliche Angebote für eine Übernahme vor. „Es gibt Hoffnung für Kuchentratsch“, sagt Liebig zuversichtlich. Das Rezept für die Rettung: Dem 2014 gegründeten Startup soll ein starker Partner an die Seite gestellt werden, mit dem es die Folgen der Corona-Pandemie auffangen und neue Ideen umsetzen kann.

Das Miteinander in der Firma soll erhalten bleiben

Das heißt: Mit der Übernahme soll die traumhafte Geschäftsidee von Kuchentratsch weitergeführt werden. Die Senioren könnten so weiterhin auf Minijob-Basis in der Backstube an der Theresienwiese angestellt sein. „Es ist uns besonders wichtig, diese soziale Funktion des Unternehmens zu erhalten“, erklärt der Insolvenzverwalter. Weil es eben nicht nur um das Zuckergebäck geht, sondern Kuchentratsch viel mehr ist. Die Firma hat den Senioren eine so genannte sinnstiftende Tätigkeit gegeben, bei der sie Kontakte knüpfen konnten. Angesichts der bisherigen Verhandlungen erklärt Liebig: „Ich bin momentan sehr zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen ein endgültiger Sanierungserfolg verkündet werden kann.“

In der „Höhle der Löwen“ gab es 100.000 Euro

Wunderbare Nachrichten, nachdem Kuchentratsch Ende Juli das vorläufige Ende bekannt geben musste. Ein „schwerer und schmerzvoller Schritt“, den das Team damals auf der Internet-Plattform Instagram erklären musste. Und eine Wende in der Firmengeschichte, die überrascht hat. Zwar war Kuchentratsch bereits auf der Suche nach Investoren. Eigentlich wollten die Macher in der 600 Quadratmeter großen Betriebsstätte an der Theresienwiese durchstarten: Eine Erlebnisbackstube mit angrenzendem Café war geplant. Auf der Crowdinvesting-Plattform „Conda.de“ warb Mayer um Unterstützung und bekam diese auch. Laut Conda stellten tatsächlich 157 Investoren 234 000 Euro zur Verfügung.

In den nächsten Wochen folgt die Entscheidung

Geld, das das Unternehmen letztlich aber nicht vor der Insolvenz bewahrt hat. Die angespannte wirtschaftliche Lage und die Folgen der Corona-Krise trafen Kuchentratsch schwer. Wie Mayer gegenüber des Merkur erklärte, hatte ihr Start-up im Jahr 2021 insgesamt 800 000 Euro umgesetzt. Von einem „Herzens-Investment“ hatte Carsten Maschmeyer in der TV-Sendung Höhle der Löwen gesprochen, als er Kuchentratsch 100 000 Euro zugesagt hat. „Die Omas und die Vision“ hatten den smarten Münchner Unternehmer im Jahr 2018 überzeugt. Besonderheiten des Startups in der Vergangenheit, die ihm nun ein Bestehen in der Zukunft sichern.

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