Nach welchen Kriterien werden sie ausgesucht?

Diese Namen sind in München am beliebtesten

Es gibt Eltern, die geben ihren Kindern Trend-Namen. Doch es gibt auch die, die es lieber klassisch wollen. Doch wonach wählen Eltern den Namen ihrer Kinder aus? Und welche haben in München die Nase vorn?

München - Kennen Sie einen Buben, der „Bandito“ heißt? Oder ein Mädchen mit dem Namen „Gift“? Oder „Ferrari“? Wohl kaum. Kein deutsches Standesamt würde das erlauben. Dennoch haben Eltern es 2016 versucht, sagt Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache. Sie hat heuer wieder die Top-Vornamen der Republik ermittelt: Marie bei den Mädchen, Elias bei den Jungs. München tickt ein wenig anders, Sprachwissenschaftlerin Ewels erklärt, warum.

Maximilian steht in Bayern und München ganz oben. Marie ist in Bund, Land und Stadt Spitze. Bei den Vornamen gebe es seit Jahrzehnten kaum Neues, sagt Ewels. „Trends haben hier kaum Einfluss.“ Eine Eltern-Studie zeigt:

72 Prozent wählen nach „Klang und Schönheit“ aus

63 Prozent halten sich an traditionelle Namen

52 Prozent wollen einen Namen der zum Nachnamen passt

42 Prozent wollen keinen Nachteil für ihr Kind

45 Prozent wollen moderne Namen

Bei den Mädchen sei das so: Marie, Sophie und Emilia enden auf Vokale, also auf Klanglaute. Anders die Jungennamen. Münchens nächste Männer heißen Maximilian oder Alexander. „Das klingt härter und vermittelt Männlichkeit“, sagt Ewels. Und sie ließen sich gut abkürzten. Oft würden sie auch als Zweitnamen benutzt. Und dennoch: Elias und Noah beweisen, dass auch männliche Vornamen „androgyner“ werden.

Es gebe regionale Unterschiede, Maximilian habe in Bayern Kultstatus. In Hamburg ist es Finn. Auch die Herkunft der Namen wurde untersucht:

33 Prozent kommen aus dem Lateinischen

27 Prozent sind hebräisch

17 Prozent griechisch

10 Prozent germanisch

Die restlichen 13 Prozent sind zum Bespiel türkische Namen.

Das sind die Top-Namen in München

Mädchen:

1. Marie
2. Maria
3. Sophie
4. Anna
5. Sophia
6. Emilia
7. Johanna
8. Emma
9. Luisa
10. Charlotte

Jungen:

1. Maximilian
2. Alexander
3. Paul
4. Felix
5. David
6. Valentin
7. Anton
8. Elias
9. Jakob
10. Jonas

Das sagen die Münchner

Amelie Friedmann (34) aus Schwabing, nannte ihre Tochter Clara (Platz 25): „Mein Mann und ich wollten nichts Ausgefallenes, sondern etwas Klassisches. Weil Claras Papa Vietnamese ist, ist ihr zweiter Name Loan – die Weise. Wir wollten einen deutschen Rufnamen, der kurz ist und viele Vokale beinhaltet. Filippa wäre meine zweite Wahl gewesen. Wenn sie ein Junge geworden wäre, hätte ich David gut gefunden. Ein Bibelname, der auch sehr schön klingt.“ 

Amelie Friedmann

Verena Pernpeintner (32) aus der Isarvorstadt, nannte ihren Sohn Moritz (Platz 14): „Moritz wurde am 29.12. geboren – einen Tag nach Abschluss der Babynamen-Statistik. Vielleicht hätten wir Moritz noch pushen können. Moritz ist zeitlos. Noah und Elias hätten mir wegen dem Klang auch gut gefallen, waren meinem Mann aber zu modern. Wenn der Kleine ein Mädchen geworden wäre, hieße er Leni.“


T. Höpfl, T. Scharnagl

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

München und die Zirkuswelt trauern um Christel Sembach-Krone
München und die Zirkuswelt trauern um Christel Sembach-Krone
Madl (9) findet Geldbeutel - Carolin Reiber verlor ihn 2013 
Madl (9) findet Geldbeutel - Carolin Reiber verlor ihn 2013 
Zoff wegen Zettel: Busfahrer prügelt Tätowierer halbblind
Zoff wegen Zettel: Busfahrer prügelt Tätowierer halbblind

Kommentare