Ein gigantisches Show-Spektakel kommt 2009 nach München

Ben Hur reitet in die Olympiahalle

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Ein Mann, vier Pferde und Rachedurst: So soll „Ben Hur Live“ im nächsten Jahr durch Europas Hallen touren – in der Olympiahalle am 30. und 31. Oktober

Ben Hur gehört zu den Klassikern des Hollywood-Kinos – und der soll auf die Bühne?

Der Münchner Produzent Franz Abraham versucht’s, und das mit enormem Aufwand: 100 Tiere, 400 Darsteller und die Crème der Show-, Film- und Musikbranche sind mit auf der Galeere, pardon: im Boot von Ben Hur Live. Produktionskosten: sechs Millioneen Euro. Im März ’09 starten die Proben mit 40 Pferden fürs Wagenrennen, im September ist Weltpremiere in London. In unsere Olympiahalle galoppiert die Show am am 30. und 31. 10. 2009 (VVK-Tickets unter Tel. 01805 / 570 200). Wir nehmen Sie mit ins Boot.

Gegen Ende eines der größten Filme aller Zeiten, Ben Hur, wird der Bösewicht Messala beim spektakulären Wagenrennen von einem Vierspänner überrollt und stirbt. So. Und wie geht das auf der Bühne? Ungefähr so: doppelter Boden im Wagen – Darsteller verschwindet, Stuntman taucht auf. Stuntman verschwindet, Puppe taucht auf. Puppe wird überrollt, der Rest lebt. Alles klar?

Unklar hingegen, wie das „real“ hinhauen wird. Fest steht: Das geht nur, wenn man mit Vollprofis zusammenarbeitet, die Licht-Effekte perfekt beherrschen. Diese Sorge muss der Münchner Produzent Franz Abraham schon einmal nicht haben: Wenn er im kommenden Jahr in London, Madrid, Budapest, Wien, Mailand oder auch München seine Show Ben Hur Live präsentiert, dann hat er ein Spitzenteam um sich versammelt (siehe Kasten rechts unten). Ganz neu im Boot, so Abraham im tz-Gespräch, ist überdies die Kostümbildnerin und Oscar-Preisträgerin Janty Yates (für Gladiator), und natürlich werden auch Historiker und Theologen (!) konsultiert, auf dass das Spektakel, die Monumental Arena Show, auf sicheren Sandalen steht.

Die Idee zu diesem Maßstab setzenden Projekt hatte Abraham schon vor 15 Jahren: „Die Geschichte von Ben Hur und das Wagenrennen haben mich schon lange fasziniert. Die christliche Friedensbotschaft, aus dem Judentum heraus, ist mir ein besonderes Anliegen. Ich nenne das gerne ,Race and Religion‘“, lacht Abraham. Auch wenn es Galeerenkämpfe, Seeschlachten, Wagenrennen, zügellose Orgien, waghalsige Stunts, Pferde, Esel, Greifvögel und Ka­mele gibt: Den Film mehr oder weniger 1:1 zu kopieren, hätte keinen Sinn und ist auch nicht beabsichtigt. Abraham will „den Speed eines Broadway-Musicals, den Anspruch eines großen Theaters, die Power eines Rockkonzerts und die visuelle Opulenz eines Hollywood-Blockbusters“ in sich vereinen. Von Budapest bis Lissabon.

„Es ist das größte Arena-Spektakel, das es jemals gegeben hat“, sagt Abraham. Mal sehen, ob das Publikum in Massen strömt und das Projekt annimmt. Die Chancen stehen gut, dass er nicht so ins Rudern kommt wie Charlton Heston auf der Galeere.

Das Team der Show (Auswahl):

Musik: Franz Badelt (schrieb u. a. Filmmusik zu Fluch der Karibik, Gladiator und Hannibal)

Buch: Shaun Mc Kenna (schrieb Buch und Liedtexte u. a. zu der Musical-Version vom Herrn der Ringe)

Regie: Philip Wm. Mc Kinley (inszenierte u. a. das Broadwaymusical The Boy from Oz)

Design: Mark Fisher (arbeitet(e) u. a. für Pink Floyd, Rolling Stones, AC/DC, ABBA, U2

Lichtdesign Patrick Woodroffe (arbeitet(e) u. a. für Michael Jackson, Genesis, Bob Dylan, Rolling Stones)

Special Effects: Chris Corbould (letzte 10 Bond-Filme)

Magenkribbeln erlaubt - Der Münchner Produzent Franz Abraham im tz-Gespräch

Wann haben Sie den Film „Ben Hur“ erstmals gesehen?

Franz Abraham:Mit zwölf – mein erster Kinobesuch überhaupt, in Rosenheim. Aber mit meiner Rennfahrer-Karriere hatte die Wagenrennen-Szene nicht unmittelbar zu tun – das liegt in der Familie.

Die Show ist enorm aufwändig, und Sie touren damit durch halb Europa – Magenkribbeln?

Nein. Ich bin mir sicher, dass das klappt. Magenkribbeln habe ich nur bei der Frage: Wird Ben Hur angenommen? Davon hänge ich natürlich auf Gedeih und Verderb ab.

Die Spielfläche ist rund 2800 Quadratmeter groß. Wie viele Menschen passen dann in die Olympiahalle?

Rund 10 000. Wir bespielen die gesamte Arena. Von einer Bühne will ich aber nicht reden, sondern von Design. Zudem werden wir flexible Leinwände einsetzen. Das Wagenrennen etwa mit fünf Vierspännern wird es auch bei uns geben. Die Wagen haben seitlich und an der Deichsel Kameras, die das Geschehen zusätzlich übertragen. Damit wollen wir einen optimalen Effekt erreichen. Es wird das größte Arena-Spektakel überhaupt.

Quelle: tz

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