Amtsgericht knallhart

Horror-Nachbar muss in den Knast

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Terror-Nachbar Andreas F.: 8 Monate Knast

München - Acht Monate Gefängnis ohne Bewährung – für drei Beleidigungen! Dieses Urteil gegen Andreas F. (52) vor dem Münchner Amtsgericht klingt ungewöhnlich hart.

Doch angesichts der Vorgeschichte ist die Strafe geradezu milde: Der arbeitslose Bäcker hat es sich offenbar zur Lebensaufgabe gemacht, seine Nachbarn in einer schönen Wohngegend in Berg am Laim systematisch zu beleidigen und zu terrorisieren.

Einer seiner Opfer ist ein bekannter Münchner Opernsänger, der am Mittwoch als Zeuge sein Klagelied vortrug. „Er steht oft am Zaun und ruft Beleidigungen rüber“, so der Zeuge, der sich kaum in seinen Garten traue: „Er hat uns mit seinem Schlauch von oben bis unten nassgespritzt.“ Dabei habe Andreas F. höhnisch gelacht und ihn als „Idioten vom Theater“ beschimpft. Immer wieder stoße der Nachbar Drohungen aus wie: „Verrecken sollst du“ oder „Du stirbst bald“.

Auch ein Banker und dessen Ehefrau, die gegenüber wohnen, wurden von Andreas F. schon oft wüst beleidigt. Die Opfer: „Das geht los, wenn wir morgens zur Arbeit gehen und endet am Abend, wenn wir heimkommen.“

Der Angeklagte blafft während der Verhandlung oft dazwischen: „Lügner!“ Richterin Sonja Birkhofer-Hoffmann reißt der Geduldsfaden, sie droht ihm ein Ordnungsgeld an. Auf 20 Vorstrafen bringt es Andreas F.: Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung, Bedrohung etc. Er war schon im Knast gesessen und steht jetzt unter offener Bewährung. Nun sei es genug, sagt die Richterin. Am 5. Juni sitzt Andreas F. wieder auf der Anklagebank. Grund: Er soll den Opernsänger mit einer Gartenschere verletzt haben.

E. Unfried

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