Feuerteufel in Berg am Laim

Wer setzte unseren Aufzug in Brand?

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Der Aufzug ist ausgebrannt - noch zu erkennen: Reste des Kinderwagens (rechtes Bild).

München - Ein Feuerteufel hat am Dienstag in Berg am Laim einen Aufzug in Brand gesteckt und damit mehrere Anwohner in Lebensgefahr gebracht. Ruth Schneider, die das Feuer bemerkte, schildert in der tz den Horror im Fahrstuhl.

Irrer Brandanschlag in Berg am Laim! Ein Feuerteufel hat am frühen Dienstagmorgen in der Fehwiesenstraße einen Aufzug in Brand gesteckt und damit mehrere Anwohner in Lebensgefahr gebracht!

Offenbar im Keller stapelte er in der Kabine einen Kinderwagen, einen Autositz und Gerümpel. Anschließend zündete er alles an und schickte den brennenden Fahrstuhl in den sechsten Stock. Die Folgen: Großeinsatz der Feuerwehr, Evakuierung von drei Stockwerken, enormer Gestank in den oberen Etagen und ein Schaden von mindestens 200.000 Euro.

Der Horror für die Anwohner beginnt um 4.30 Uhr. Ruth Schneider (79) aus dem sechsten Stock ist die Erste, die merkt, dass etwas nicht stimmt. „Ich war auf dem Weg ins Bad, als ich plötzlich ein lautes Rumpeln hörte“, schildert die Rentnerin der tz. Sie weckt ihren Mann, dann sehen und riechen sie schon den Rauch. Sie alarmieren die Polizei, die nur drei Minuten später eintrifft. Jetzt geht alles ganz schnell: Aufgrund der Rauchentwicklung müssen die oberen drei Etagen geräumt werden. Die Bewohner werden im Großraumrettungswagen versorgt oder kommen bei Nachbarn unter. Insgesamt 16 Menschen müssen mitten in der Nacht ihre Wohnung verlassen.

Der Schaden und der Schock für die Anwohner ist enorm

„Ich ließ mich zuerst vom Arzt durchchecken, zum Glück ist alles ok“, erzählt Solveig Rödel (39). Sie und ihr Sohn schlagen bei ihrer Mutter ihr Notquartier auf. Die Feuerwehr kann den Brand recht schnell löschen, größere Probleme bereitet die Entlüftung. Erst um 7.30 Uhr hat sich der meiste Rauch verzogen, die Anwohner können zurück. „Ich bin fix und fertig“, berichtet Ruth Schneider. Bei den Bewohnern herrscht Entsetzen. „Das ist doch Wahnsinn“, meint Solveig Rödel. „Ich wohne hier schon 40 Jahre, sowas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Ruth Schneider. Im Haus kursieren mehrere Theorien zu dem Täter. Die Brandfahndung der Polizei ermittelt bereits.

Fakt ist: Der Schaden und der Schock für die Anwohner ist enorm. „Wir vermuten mindestens 200.000 Euro“, so Roman Leutow, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr. Nicht nur die Liftkabine ist zerstört, sondern auch der Maschinenraum und der Motor. Hinzu kommen hohe Renovierungskosten.

Brand im Aufzug: Bewohner evakuiert

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Ruth Schneider trifft das alles besonders. „Ich habe seit Jahren Rückenprobleme und muss jetzt laufen“, bedauert die 79-Jährige aus dem obersten Stock.

Nicolai Kunz

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