Entwickler präsentieren Pläne für Berg am Laim

„Keine g’schleckte Architektur“: So soll das Ex-Temmler-Areal aussehen

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33 Meter hoch: Das Design-Hotel bekommt eine fassade, die an wahllos gestapelte Kästen erinnern soll. 

Projektentwickler stellen endgültige Pläne für das neue Geschäftsquartier „Die Macherei“ in Berg am Laim vor.

München - Ein Hotel aus Würfeln, Ziegelbauten als Reminiszenz an den einstigen Lehmabbau im Stadtviertel, ein Kornfeld und eine Laufbahn auf dem Bürodach. Das Architekturkonzept für das geplante Geschäftsquartier „Die Macherei“ in Berg am Laim hält einige Überraschungen bereit. Diese haben die Projektentwickler nun gelüftet und den endgültigen Entwurf präsentiert. 

Das Areal wird komplett neu gestaltet

Entstehen soll „keine g’schleckte Architektur“, so die Macher von Art-Invest Real Estate und der Accumulata Immobilien, sondern Gebäude, „die ausschauen, als ständen sie da schon immer“. Keine Bauten nach Raster, sondern die Idee einer gewachsenen Stadt. „Jeder, der bei uns noch Temmler sagt, muss fünf Euro zahlen“, sagt Holger Meyer bei der Vorstellung der überarbeiteten Entwürfe für die Planungen auf dem ehemaligen Gelände des Pharma-Unternehmens an der Ecke Berg-am-Laim-/Weihenstephaner Straße. Sein Büro Meyer Schmitz-Morkramer aus Köln/Frankfurt wird gemeinsam mit zwei weiteren namhaften Architekten – HWKN Hollwich Kushner aus New York und OSA Ochs Schmidhuber aus München sowie den Züricher Landschaftsarchitekten Vulkan – das 26.400 Quadratmeter Grundstück neu gestalten.

Die Zukunft auf dem ehemaligen Temmler-Areal: Zwischen Berg-am-Laim-Straße (vorne) und der Weihenstephaner Straße entsteht das neue Geschäftsquartier. Der Block rechts ist der sogenannte Hotel-„Canyon“

Auch wenn jeder Architekt sein eigenes Areal hat, sollen keine autarken Gebiete entstehen. Die künftige „Macherei“ soll ein urbaner Mix aus Arbeiten, Leben und Freizeit werden. Ein Hingucker: Das 33 Meter hohe Design-Hotel des New Yorkers Hollwich mit einer Fassade, die an wahllos aufgestapelte Boxen erinnert. Damit entstehen auf allen Ebenen Terrassen, auf der obersten soll es eine kleine Panorama-Bar mit Alpenblick geben. Der Hotel-„Berg“ wird aus Ziegeln gebaut, in Anlehnung an den Stadtviertelnamen Berg am Laim. Als Farbe hat sich der Architekt das „Münchner-Beige“ sowie Rot für die angrenzenden Loftbüros ausgesucht – „ähnlich wie beim Maximilianeum“.

Erinnerungen an die Industrie-Architektur der Gründerzeit

Auch die anderen Gebäude an der Berg-am-Laim-Straße erinnern an Industriebauten der Gründerzeit. Hier sind weitere Loftbüros sowie Einzelhandelsflächen geplant. Mittendrin ein aus der Art fallender, auf Stützen stehender Verbindungsbau, etwas verspielt „Nachtkastl“ genannt, als Tor zum zentralen Macherei-Platz. Der soll mit Sitzgelegenheiten und Restaurants rundherum zum Treffpunkt für Beschäftigte und Anlieger werden.

Das „Nachtkastl“: Der auf Stützen stehende Verbindungsbau dient als Tor zum zentralen Platz der „Macherei“.

Das Außengebäude am Straßeneck soll auf dem Dach eine Laufbahn und wetterresistente Sportgeräte erhalten. „Das Dach ist die fünfte Fassade“, so Art-Invest-Geschäftsführer Ferdinand Spiess über die Macherei. Auf einem Gebäude ist ein Kornfeld geplant, auf einem anderen der Anbau von Kräutern, Obst und Gemüse. „Mein Traum: die Restaurants unten bauen hier oben ihre Zutaten an.“

Das Herzstück heißt „Inkubartor“

Herzstück der „Macherei“ soll der „Inkubator“ werden mit Büro- und Konferenzräumen. Unter einem begrünten Innenhof im ersten Stock sollen bis zu 3000 Quadratmeter Gewerbehallen für klassisches Gewerbe entstehen. Hinter den großen Glastoren könnten sich die Investoren eine Schreinerei oder Betriebe zur E-Mobilität vorstellen. „Wir wollen einen Branchenmix für viele Nutzerschichten.“

Der „Inkubator“: Rund um den Innenhof sollen Konferenzräume, aber auch Platz für klassisches Gewerbe entstehen.

Ende dieses Jahres soll die Bebauung starten, bis Ende 2019 alles fertig sein. Investiert wird ein dreistelliger Millionenbetrag. 

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Carmen Ick-Dietl

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