Beispiel Berg am Laim

Hotel-Boom und Nachverdichtung macht Verkehrsplanern Angst

Die Ballung von Hotelprojekten macht den Politikern in Berg am Laim Sorgen.

Berg am Laim entwickelt sich rasant, und der öffentliche Nahverkehr hinkt hinterher. Mit Blick auf zahlreiche große Bauvorhaben im Viertel, darunter allein elf Hotelprojekte, fordert der Bezirksausschuss nun nachdrücklich einen Fünf-Minuten-Takt auf der Tramlinie 19.

München - „Berg am Laim ist komplett im Umbruch“, hatte Bezirksausschuss-Vorsitzender Robert Kulzer (SPD) bereits bei der jüngsten Bürgerversammlung erklärt. Das Werksviertel, die „Macherei“ auf dem ehemaligen Temmler-Gelände, das Siedlungsprojekt Baumkirchen-Mitte und weitere Planungen zeigen: Das frühere Eisenbahnerviertel entwickelt sich rasant zum modernen Stadtquartier.

Verkehrsinfrastruktur muss mitwachsen

Angesichts der bevorstehenden Bauvorhaben in Berg am Laim müssten nun dringend auch neue Weichen für den Verkehr gestellt werden, fordert der Bezirksausschuss 14 nun von der Stadt. Berg-am-Laim-Straße, Baumkirchner Straße und Mittlerer Ring stünden bereits jetzt vor dem Kollaps.

„Aktuell entstehen im Stadtteil allein elf Hotelprojekte mit insgesamt geschätzt 5000 Betten“, so Kulzer. Damit käme fast auf jeden zehnten Berg-am-Laimer ein Hotelbett, rechnet der BA-Chef hoch. Und für ein weiteres Hotelprojekt an der Streitfeldstraße gibt es bereits eine Voranfrage. Selbst Gäste, die mit dem Auto anreisen, nutzen in München hauptsächlich die öffentlichen Verkehrsmittel.

Auch Zahl der Büros und Wohnungen steigt

Neben den Hotels entstehen in absehbarer Zukunft viele zusätzliche Büroflächen wie zum Beispiel auf dem „Macherei“-Gelände an der Berg-am-Laim-Straße und im angrenzenden Gewerbegebiet an der Neumarkter Straße. Weitere Entwicklungen im Umfeld gehen in die gleiche Richtung. Und dann sind da noch Wohnungsneubauten und Nachverdichtung. „Laut aktuellen Prognosen wird die Zahl der Einwohner in den kommenden zehn bis 15 Jahren von heute etwa 45.000 auf über 60.000 Menschen steigen“, so Kulzer. All diese Entwicklungen ließen eine enorme Zunahme der Fahrtbewegungen erwarten – nicht nur im Berufsverkehr, sondern durch Wohnungen, Hotels, Einzelhandel, Sport und mehr auch zu den übrigen Tageszeiten. Angesichts des bereits heute überlasteten Hauptstraßennetzes müsse der Zuwachs primär mit den Verkehrsmitteln des MVV aufgefangen werden, sagt der BA-Chef. Es brauche also umgehend konkrete Planungen zur Ausweitung des Öffentlichen Nahverkehrs im Stadtteil. „Die Hauptlast wird wohl auf der Trambahnlinie 19 entlang der Berg-am-Laim-Straße liegen, die den Stadtteil und die Verdichtungsgebiete mit dem Ostbahnhof und der Innenstadt verbindet.“

Verstärker-Tram nach Berg am Laim gefordert

Dem Stadtteilparlament scheint ein Fünf-Minuten-Takt bei der Tram – zumindest in Stoßzeiten – dringend geboten. Und zwar möglichst, bevor die „Macherei“ Ende 2019 fertig wird. Allein hier sind rund 65.000 Quadratmeter neue Büro-, Einzelhandels-, Sport- und Hotelflächen geplant. Aber auch eine Verstärker-Tram für Berg am Laim wäre nicht schlecht. Schon früher habe es mal die Idee gegeben, die Linie 15 aus Großhesselohe direkt nach Osten weiterfahren zu lassen, berichtet Kulzer. Allerdings fehle nach wie vor die dafür notwendige Weiche an der Wörth-/Milchstraße in Haidhausen. 

Im Hinblick auf die absehbare Entwicklung von Berg am Laim fordert der Bezirksausschuss nun, bereits jetzt mit Planungen und Vorarbeiten für zusätzliche Linien, Fahrzeuganschaffungen und Streckenumbauten zu beginnen.

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Carmen Ick-Dietl

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