Dramatische Szenen

Mann versucht, sich am U-Bahnsteig anzuzünden

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Die Polizei hat den Abgang zum U-Bahnsteig am Innsbrucker Ring abgesperrt.

München - Dramatische Szenen haben sich am frühen Dienstagabend im U-Bahnhof Innsbrucker Ring abgespielt: Ein offenbar lebensmüder 62-Jähriger übergoss den Bahnsteig und sich selbst mit Benzin und versuchte, sich anzuzünden.

Fahrgästen gelang es aber zuvor, ihn zu überwältigen. Weder der 62-Jährige noch andere Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam, er soll medizinisch untersucht werden. Der Feuerwehreinsatz am Innsbrucker Ring führte zu massiven Behinderungen auf den Linien U2 und U5.

Es war kurz vor 18 Uhr, als Fahrgäste den Mann bemerkten. Aus einem Kanister spritzte er Benzin auf den Bahnsteig und übergoss sich selbst damit. Dann zündete er die Lache auf dem Bahnsteig an – es gab eine riesige Stichflamme. Bevor er sich selbst in Brand setzen konnte, hielten ihn laut Polizei Fahrgäste fest und überwältigten ihn. Anschließend löschten sie den Brand mit einem Feuerlöscher.

Der 30-jährige Heiko Nieft war gerade auf dem Weg nach Hause, als die U5 plötzlich am Innsbrucker Ring hielt. Eine Durchsage forderte die Fahrgäste auf, aus dem Zug Richtung Laimer Platz auszusteigen. Wie die anderen Fahrgäste eilte er aus der U-Bahn – und sah dann auf einmal die Flammen im hinteren Drittel des Bahnsteigs. „Das war eine etwa zwei Meter hohe Stichflamme“, sagt Nieft unserer Zeitung. Als er dann schnell den Bahnsteig verließ, habe das Feuer noch gebrannt. An der Oberfläche angekommen, sah Nieft bereits die Polizei- und Feuerwehrautos. Trotz des ungewöhnlichen Erlebnisses sind die Augenzeugen laut Nieft ruhig geblieben – „zügig, aber nicht panisch“ hätten die Fahrgäste den U-Bahnsteig verlassen. Die Feuerwehr sperrte den Bahnsteig und begann mit den Entrauchungsarbeiten. Die Linien U2 und U5 stadteinwärts fuhren am Innsbrucker Ring ohne Halt durch. Der Einsatz dauerte nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft bis in die Abendstunden an. Laut Polizei handelte es sich „eindeutig um einen Suizidversuch“. Der 62-Jährige soll nun psychologisch betreut werden.

ary/mon

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