Jansons will ins Werksviertel

Kultfabrik-Gelände: Details zum möglichen Konzertsaal

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Im Werksviertel würde der Konzertsaal gegenüber der Tonhalle stehen. Nach Plänen von Steidle Architekten gäbe es auch Künstler- und Studentenwohnungen und ca. 3500 qm Platz für die Musikhochschule.

München - Kräftig geworben wurde am Mittwoch für einen neuen Konzertsaal im Viertel hinter dem Ostbahnhof, das auf dem Noch-Kultfabrik-Gelände entstehen wird.

Eigentlich wollte der Maestro höchstselbst im Werksviertel anwesend sein. Doch Mariss Jansons sagte am Vormittag ab. Und so fand die Veranstaltung ohne das große Zugpferd statt. Kräftig geworben wurde trotzdem für einen neuen Konzertsaal im Viertel hinter dem Ostbahnhof, das auf dem Noch-Kultfabrik-Gelände entstehen wird. Und: Pultstar Jansons übermittelte per Videobotschaft ein klares Bekenntnis zu einem Neubau im Osten der Stadt.

Er sagte: „So lange wir nicht definitiv wissen, ob und wann die Post an der Friedenheimerbrücke übersiedeln wird, können wir mit dem Vorschlag Paketposthalle nicht konkret planen. Im Gegensatz dazu sind im Werksviertel die Ideen wie Bürgerpark, Grundschule, Hotels, Büros, Gastronomie und so weiter keine Luftschlösser. Ein Bebauungsplan liegt vor und wartet auf seine Genehmigung, es existiert ein finanzielles Konzept und ein Betreiberkonzept. Und es muss auch kein Altbestand erst entfernt werden. Abgesehen von der einmaligen Verkehrsanbindung hat man die Möglichkeit, auch architektonisch ein Kunstwerk zu schaffen, das internationale Symbolwirkung hat.“

Und wie könnte so ein Kunstwerk aussehen? Das Münchner Büro Steidle Architekten hat ­folgende Lösung angedacht: Neben der rund 10 000 Quadratmeter großen Fläche für den Konzertsaal könnte man auf 3500 qm Raum für die Musikhochschule schaffen – das entspräche in etwa dem Platz, den sie derzeit noch im Gasteig hat, der ja ab 2020 für Jahre geschlossen wird.

Angedacht wären auch etwa zehn Prozent Fläche für Künstler, die in dem neuen Saal gastieren. Also etwa Solisten, Gastdirigenten oder eingeladene Komponisten, deren Werke in einer ganzen Reihe aufgeführt werden („Composer in Residence“), auch eine Art kleines Wohnheim für Musikhochschul-Studenten wäre möglich.

Unbedingt geplant wäre auch ein großer Freibereich für die Gastronomie. Da man nur vom Süden her eine freie Sicht auf den neuen Musentempel hat, könnte man hier richtig klotzen.

Mariss Jansons plädiert für das Werksviertel, weil hier schnell mit dem Bauen ­begonnen werden könnte

Falls nun die Politik wie am Schnürchen arbeitet, die Grundlagen legt, den Wettbewerb zügig ausschreibt und sich für ein Architekturbüro entscheidet, so könnte man übrigens 2020 den Saal stehen haben, prognostiziert Steidle Architekten. Das international tätige Büro wird sich nicht selbst für den Bau bewerben. Daher habe man auch nie irgendeinen bildhaften Entwurf präsentiert, um alles für die Ausschreibung so offen wie möglich zu halten.

Auf der Skizze rechts sehen Sie, wo der Konzertsaal auf dem Kultfabrik-Gelände gebaut werden soll: gegenüber der Tonhalle und der Nachtkantine, die beide bleiben.

Bleibt die Frage, ob die CSU noch in diesem Jahr ihre Entscheidung für einen der beiden verbliebenen Standorte – Kultfabrik oder Paketposthalle an der Friedenheimerbrücke – fällt. Und ob dann endlich der finale Zug in die Sache kommt, auf den Tausende seit Jahren warten. Mariss Jansons mahnt: „Man darf jetzt keine Fehler mehr machen.“ Und ergänzt: „Ich kann nur darauf vertrauen, dass sich nun alles positiv entwickeln wird.“

Matthias Bieber

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