Großer tz-Stadtteil-Check: Note 2,88

Berg am Laim: Das Schlusslicht

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Dr. Brian McNeil, Pfarrer in der St.-Michaels-Kirche, lebt gern in Berg am Laim

Moosach - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Berg am Laim. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,88.

München hat viele schöne Ecken. Und leider auch ein paar nicht so schöne. Berg am Laim zählt offenbar zu Letzteren. Im tz-Stadtteilcheck reichte die Gesamtnote 2,88 nur noch für den letzten Platz. Damit ist Berg am Laim klares Schlusslicht. Bei den Kategorien Familienfreundlichkeit und Nachbarschaft landete das Viertel auf dem drittletzten Platz, beim Sportangebot, Vereinsleben und Sicherheit auf dem vorletzten und in puncto Seniorenangebot, Umweltqualität und Sauberkeit sogar auf dem letzten Platz. Positiv wirkt sich diese Bilanz lediglich auf die Mieten und die Immobilienpreise aus, die im Check jeweils im ersten Drittel lagen. Demnach verwundert es kaum, dass in Berg am Laim die unglücklichsten Münchner wohnen, die ihre Lebensqualität als zweitschlechteste in der Stadt einstufen.

Ganz anders sieht das Dr. Brian McNeil, Pfarrer der Kirche St. Michael. Seinem Empfinden nach leben die Bewohner an einem idyllischen Ort in nachbarschaftlicher Atmosphäre. Das schlechte Ergebnis bedeute nicht, dass die Menschen in Berg am Laim tatsächlich mit ihrer Lebenssituation unzufrieden sind. „Ein Mensch ist glücklich, wenn bestimmte Grundbedürfnisse erfüllt sind, wenn eine gewisse Sicherheit vorhanden ist“, erklärt McNeil. Dennoch könne es sein, dass sich viele Menschen unglücklich fühlen. „Jeder Mensch hat andere Vorstellungen vom Glück. Manche brauchen mehr und manche weniger, um glücklich zu sein“, so der Pfarrer. Er ist überzeugt: Viele Berg-am-Laimer wohnen gern im Stadtteil. Auch, dass es dort besonders schmutzig ist, empfindet McNeil anders: „Verschmutzung ist relativ. Mein Vater kommt aus Schottland und findet es hier sehr sauber.“

Zahlen und Fakten

Fläche in Hektar: 638,53

Einwohnerzahl: 42 310

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 5197

Anteil der Senioren: 7430

Gründungsjahr: 812 als „ad perke“; mit Zusatz „am Laim“ ab 1430

Jahr der Eingemeindung nach München: 1913

Grünfläche in Hektar: 62,99

Anzahl der Krippenplätze: 278

Anzahl der Kindergartenplätze: 1145

Anzahl der Schulen: 8

Hier kann man noch Mensch sein

Ich zog hier vor vielen Jahren mit meinen vier Kindern her. Trotz der guten Lage in der Stadt findet man viele Grünflächen. Am meisten schätze ich das Menschsein in Berg am Laim. Es kümmert sich jeder um den anderen. Doch bei uns leben auch viele Bedürftige. Die Münchner Tafel hilft diesen Menschen.

Hilde Wiesner (71), ehrenamtliche Tafelmitarbeiterin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Das Weiße Bräuhaus in der Baumkirchner Straße bietet als einzige Gaststätte in Berg am Laim noch richtig gutes bayerisches Essen an.“

Günstige Lage

Ich darf mich einen der ersten Bewohner der Maikäfersiedlung nennen. Meiner Meinung nach liegt Berg am Laim sehr günstig. Als besonders reizend gilt der Michaeligarten. Ein Problem sind aber die Asylanten. Sie müssen in lebensunwürdigen Containern hausen, weil nicht genügend Wohnungen angeboten werden.

Erich Huber (84), Rentner

Mein Stadtteil-Tipp:

„Ich gehe am liebsten in die Echardinger Gartenlaube, ein kleiner Biergarten in den Gartenanlagen in Berg am Laim.

Keine Hochhäuser

Seit 30 Jahren kann ich mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen, als in Berg am Laim. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich kann einfach keine Hochhäuser leiden. Ich muss aber zugeben, die Baustelle vor meinem Blumengeschäft nervt. Es kommen immer weniger Kunden. Und es wird noch ein Jahr gebaut.

Sabine Adler (56), Floristin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Ein Spaziergang im Behrpark. Vor allem, wenn der Bürgerkreis dort Veranstaltungen organisiert.“

Es gibt alles, was man braucht

Berg am Laim ist eine eigene Gegend, wo wirklich noch jeder jeden kennt. Die Bewohner können hier gut essen gehen, und die Kleinen toben sich auf den zahlreichen Spielplätzen aus. Man hat hier alles, was man braucht. Probleme treten nicht wirklich auf, nur die Autos fahren hier viel zu schnell.“

Serkan Tomakin (29), Imbissbudenbesitzer

Mein Stadtteil-Tipp:

„Der Imbiss Berg am Laim in der Baumkirchner Straße. Der steht hier seit über 80 Jahren, und alle schätzen ihn.“

Termine

13.11.2013 bis 17.11.2013

Herbstausstellung der Künstlergilde

Samstag/Sonntag 9 bis 18 Uhr, werktags von 14 bis 19 Uhr

Wo: Großer Pfarrsaal in der Baumkirchner Straße

28.11.2013

Singen zum Advent

Beginn: 19 Uhr

Wo: Großer Pfarrsaal

8.12.2013

Christkindlmarkt

11 bis 17 Uhr

Wo: Grüner Markt an der Baumkirchner Straße

14.12.2013

Musikalische Lesung der Heiligen Nacht von Ludwig Thoma

Beginn: 15 Uhr

Wo: Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern, St.-Michael-Straße

Die bisherigen Teile:

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

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Fabian Mayrle

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