Damals wohl niemandem aufgefallen

Fataler Tippfehler: Werksviertel in München braucht neuen Bebauungsplan - Schuld ist ein Komma

München: Werksviertel in Berg am Laim braucht neuen Bebauungsplan - Schuld ist ein Komma
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Ein Blick ins Werksviertel - ohne gigantische Werbetafeln.

Die gigantischen Werbetafeln am Werksviertel sind offenbar nichts rechtens und das Resultat eines Tippfehlers. Nun soll dieser ausgebessert werden. Was nicht ganz so einfach ist.

  • Rund um das Werksviertel im Osten von München* prangen riesengroße Werbetafeln.
  • Diese sind aber offenbar das Resultat einen Tippfehlers.
  • Nun soll dieser ausgemerzt werden - das geht aber nicht mal eben schnell.

München - Satzzeichen retten Leben - zumindest, wenn sie an der richtigen Stelle sitzen. Zwischen „Wir essen jetzt, Opa“ und „Wir essen jetzt Opa“ besteht ein gewaltiger Unterschied - vor allem, aber nicht nur, für Opa. Auch in städtischen Vorlagen können Kommas eine wichtige Rolle spielen, wie jetzt in Berg am Laim zu erleben ist.

München: Ein Komma hat große Auswirkungen für das Werksviertel in Berg am Laim

Es geht um den Bebauungsplan fürs Werksviertel in dem Stadtbezirk. Im September 2017 hat der Stadtrat den entsprechenden Satzungsbeschluss für das Areal gefasst. In dem umfangreichen Werk, das sich ausführlich mit der Zulassung diverser Bauten, Höhenentwicklungen, Straßenführungen, Grünversorgung, Auto- und Fahrradstellplätzen und vielem mehr beschäftigt, gibt es unter Paragraph 15 auch Aussagen zu den zulässigen Werbeanlagen.

Die müssen sich in ihrer Anordnung, in Umfang, Größe, Form, Farbgebung, Lichtwirkung und Material in die Architektur der Gebäude und ins Straßen-, Orts- und Landschaftsbild einfügen. „Sie dürfen die Fassaden der Gebäude nicht dominieren und müssen sich der Architektur unterordnen“, heißt es wörtlich.

Ein Komma macht den Unterschied: Werbeanlagen an Werksviertel 35 statt 3,50 Meter hoch

Was offenbar niemandem damals aufgefallen ist: Ein paar Abschnitte später wird pro Hauptzugang und Zufahrt zum Werksviertel je eine frei stehende Werbeanlage „bis zu einer Höhe von 35 Metern“ zugelassen.

Da fehlt schlichtweg ein Komma, ist nun dem Planungsreferat aufgefallen. Denn eigentlich sollte lediglich eine Höhe von bis 3,50 Meter für die Werbeanlagen zugelassen werden. Drei Jahre später will die Stadt das Missgeschick jetzt ausmerzen. Dafür muss allerdings der Bebauungsplan ganz offiziell geändert werden. 

„Weil der Tippfehler die planerische Intention ändert und einer redaktionellen Änderung und Klarstellung bedarf.“ Die Korrektur muss nun erst vom Bezirksausschusses Berg am Laim abgesegnet werden, dann muss die Teiländerung auch noch mal durch den Stadtrat. (ick) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Im Frühjahr rief eine „hilflose Frau“ im Werksviertel nicht nur die Polizei, sondern auch einen Hubschrauber auf den Plan. Im Jahr 2019 stellte ein Österreicher einen Weltrekord im Werksviertel auf.

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