Berg am Laim

Kein Durchkommen für Feuerwehr und Co: Parkplatz-Ärger in der Maikäfersiedlung

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Die Bad-Kissingen-Straße ist oft so eng zugeparkt, dass Müllabfuhr und Feuerwehr nicht durchkommen.

In der Maikäfersiedlung gibt es Ärger: Dort gibt es wenige Parkplätze vor den Häusern – und die Anwohner wollen diese nicht dafür opfern, dass Müllabfuhr und Feuerwehr durchkommen.

München - Der Hilferuf kam kürzlich vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) der Stadt München: Man könne in der Maikäfersiedlung immer öfter den Müll nicht abholen, weil die engen Straßen so zugeparkt seien, dass kein Fahrzeug durchkomme. Betroffen sind die Bad-Kissingen- und die Heilbrunner Straße. Der Vorschlag des AWM: ein einseitiges absolutes Halteverbot von Montag bis Freitag zwischen 7 und 14 Uhr.

Das sorgte für einen Aufschrei bei den entsetzten Anliegern vor Ort. Schon jetzt gebe es viel zu wenige Parkplätze, sagten sie. Zudem sehen sie sich nicht als Verursacher des Problems, wie auf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Berg am Laim (BA 14) klar wurde. Ständig würden hier Gäste der benachbarten Gaststätte sowie MVV-Pendler aus dem Umland ihre Autos abstellen, so die übereinstimmende Aussage von Anwohnern. „Man kann uns doch nicht dafür bestrafen, wenn die nicht vernünftig parken“, sagte einer von ihnen verärgert. Schuld seien außerdem die immer größeren AWM-Fahrzeuge und die Neubebauung an der Bad-Schachener-Straße. „Es kann nicht sein, dass wir das nun ausbaden müssen.“

Einen Gegenvorschlag hatten die Bürger aber auch dabei: Markierungen anzubringen, die das halbseitige Gehwegparken legalisieren. So, wie es auf der anderen Straßenseite bereits vorhanden ist. Davon wollen allerdings die Rettungskräfte nichts hören. Denn: Dann könnten sie im Ernstfall kaum noch zu den Anwesen vordringen.

Auch die Stadtteilpolitiker wollen wenigstens auf einer Seite noch einen fußgängertauglichen Gehweg bewahren. Das stieß wiederum auf Unverständnis bei den Anwohnern. Mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rettungsbahren weiche man hier schon lange auf die Straße aus, in den Sackgassen werde auch entsprechend Rücksicht genommen, hieß es. Ein weiteres Problem ergab sich erst beim Ortstermin mit den Behörden. Denn die Anwohner parken auch in den Wendehammern – was selbst ohne Schild verboten ist. Stadt und Feuerwehr wollen dies nun rigoros ahnden. „Uns fallen dann rund zehn Parkplätze weg“, schimpfte ein Anwohner.

Zu viele Autos parken an der Heilbrunner Straße – sodass große Fahrzeuge nicht mehr wenden können.

„Wir haben uns nie beschwert, wenn mal nicht geleert wurde, aber jetzt werden wir die Leidtragenden“, so ein Anlieger kopfschüttelnd. In den Straßen weise man mit Zetteln an der Windschutzscheibe stets auf schlechtes Parken hin. Es solle alles so bleiben, wie es ist, lautete die Forderung der Bürger. Bei den Wendeschleifen werde dies sicher nicht gehen, erklärte daraufhin Vize-BA-Chef Hubert Kragler (Grüne). Allerdings soll nun geprüft werden, ob Müllabfuhr und Feuerwehr mit ihren Großfahrzeugen dort denn überhaupt wenden können.

Bis zum Jahresende sollen die Anwohner nun darauf achten, dass in ihren Straßen die Durchfahrt immer frei bleibt. Dafür sollen sie Falschparker ansprechen oder, falls nötig, die Polizei rufen, dazu soll es für die beiden Straßen noch „Anlieger frei“-Schilder geben. Die Müllabfuhr dokumentiert im Gegenzug ihre Probleme vor Ort. Damit könnte man auch die tatsächlichen Verursacher ermitteln. Sollte sich am Ende keine deutliche Verbesserung abzeichnen, wird wohl oder übel ein einseitiges Halteverbot folgen, machte Kragler deutlich.

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Carmen Ick-Dietl

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