An der Kultfabrik im Juni

Mann verprügelt: Überfall war frei erfunden

München - Ein 24-jähriger Österreicher hat einen Freund krankenhausreif geprügelt und versucht die Tat zu vertuschen.

Eine vogelwilde Räuberpistole hat ein junger Mann einem Freund und der Polizei aufgetischt: Im Juni vergangenen Jahres waren die beiden Männer zu Besuch in München. Dabei soll der damals 20-jährige Mann bei einem Besuch in München vor einer Discothek zusammengeschlagen worden sein (Lesen Sie hier die Meldung von damals)

Sein damals 24-jähriger Begleiter gab an, ihn daraufhin zurück nach Tirol gefahren zu haben – ohne nach dem angeblichen Angriff in München die Polizei und den Rettungsdienst zu rufen. In der Klinik wurden lebensgefährliche Verletzungen festgestellt. Wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch berichtete, stellt sich das Geschehen eineinhalb Jahre später völlig anders dar.

Ermittlungen der Mordkommission München und des Landeskriminalamtes Tirol zufolge besuchte das Duo zwar tatsächlich die Kultfabrik in München und fuhr daraufhin zurück nach Österreich. Jedoch wurde der 20-Jährige von seinem eigenen Begleiter zusammengeschlagen, und zwar in dessen Wohnung. Als sich der Zustand des 20-Jährigen nach der Attacke nicht besserte, brachte ihn der 24-Jährige in ein Krankenhaus.

Da das Opfer aufgrund seiner schweren Verletzungen keine Erinnerung an das Geschehen hat, erzählte ihm der 24-Jährige die Geschichte von dem angeblichen Überfall in München – und der 20-Jährige berichtete sie so der Polizei.

Gegen den Angreifer wird jetzt ermittelt. Er habe die Attacke zugegeben, sagt die Polizeisprecherin. Warum er seinen Bekannten zusammenschlug, war zunächst unklar.

Wie die Polizei mitteilt, ist damit das bislang einzige ungeklärte Tötungsdelikt in München 2014 gelöst. Es hatte nie stattgefunden.  

wes

Rubriklistenbild: © dpa

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