Streit im Suff

Tödlicher Schubser: Warum musste Gitarrist Manuel sterben?

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Manuel R. wurde von Nicholas S. im Streit gegen eine Wand geschubst.

Es begann als Jungesellenabschied und endete in den frühen Morgenstunden mit einem Unglück. Gitarrist Manuel starb nach einem Schubser im Streit. Nun beginnt der Prozess.

München - Warum nur? Warum musste Manuel R. († 36) am 20. Dezember 2015 sterben? Das fragt sich seine Mutter Karen (Name geändert) bis heute. „Es war eine Verkettung vieler ungünstiger Umstände“, glaubt sie. „Ein schreckliches Unglück.“

Mit Freunden war der Musiker auf einem Junggesellenabschied. In der Kultfabrik wurde gefeiert und getrunken. Gegen 4 Uhr nachts geriet Manuel R. plötzlich mit Nicholas S. (27) aneinander. Auch der Mechaniker war auf der Feiermeile unterwegs, als es zum Streit kam: „Er schimpfte und kam auf mich zu. Da habe ich ihn weggeschubst.“ Mit tragischen Folgen: Manuel R. torkelte nach hinten, stürzte gegen eine Mauer und fiel ins Koma. Später stirbt er an einer Hirnblutung.

Schwere Vorwürfe gegen Nicholas S.

Jetzt steht Nicholas S. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Der Vorwurf: Er habe den Tod von Manuel R. „billigend in Kauf genommen“, als er den Musiker weggestoßen habe. Das bestreitet S. heftig: „Ich wollte auf keinen Fall, dass jemand stirbt. Es war nur ein unsinniges Gerangel im Suff.“

Seine Verteidiger Steffen Ufer und Manuel Weber sehen auch die Ärzte in der Verantwortung: Sie merkten spät, dass Manuel R. nicht aufwacht – und untersuchten ihn erst 14 Stunden nach dem heftigen Sturz. Dann wurde er sofort vom Klinikum Neuperlach nach Bogenhausen verlegt. Selbst Hirn-Spezialisten konnten ihn aber nicht retten.

Die Mutter wünscht sich nur eins

Mutter Karen: „Ich bin unendlich traurig und wünsche mir Gerechtigkeit. Auch, wenn das meinen Sohn nicht wieder lebendig macht.“ Im Prozess tritt sie mit Anwältin Nicole Lehmbruck als Nebenklägerin gegen Nicholas S. auf – ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

In der Kultfabrik war S. Stammgast, Barkeeper beschreiben ihn als „freundlich“. Am Wochenende betrank er sich aber regelmäßig – vor der Tat zwölf Stunden lang. „Oft, bis mein Gehalt weg war.“ Fraglich ist daher, ob er sich korrekt erinnert!

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