Haus in der Baumkirchner Straße

Was ist denn da los? Stadt will Haus nicht geschenkt

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Ärger über Leerstand: BA-Politiker Serhat Sevengül und Alexander Friedrich vor dem Mahlerhaus.

Überall in der Stadt sucht man Standorte für Kitas. Dabei steht mitten im Ortszentrum ein Haus leer, das der Stadt eigentlich genau zu diesem Zweck vermacht wurde.

München - Im Münchner Bezirk Berg am Laim sucht man händeringend nach Standorten für Kitas. Dabei steht mitten im Ortszentrum ein Haus leer, das der Stadt eigentlich genau zu diesem Zweck vermacht wurde. Doch die hat sich immer noch nicht zur Annahme des Erbes durchgerungen.

Ende 2016 wurde das Mietverhältnis mit der italienischen Gaststätte beendet, seitdem steht das denkmalgeschützte Anwesen an der Baumkirchner Straße leer und gammelt vor sich hin. Irgendwie scheint hier nichts weiterzugehen. Auf Nachfrage beim Sozialreferat gibt es die gleiche Auskunft wie vor einem Jahr: Die Stadt prüfe die einzelnen Aspekte zur Erfüllung der Auflagen.

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Das Haus im Berg-am-Laimer Ortszentrum sollte eigentlich zehn Jahre nach dem Tod der Eigentümerin in den Besitz der Stadt übergehen. So steht es im Testament der 2007 verstorbenen Dame. Inklusive der Auflage, die Immobilie als Kindertagesstätte zu nutzen. Die Frist ist inzwischen abgelaufen, doch im Rathaus hat man immer noch nicht über ihr Vermächtnis entschieden. Man prüfe derzeit die verschiedenen Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung der testamentarischen Verfügung, erläutert Hedwig Thomalla, Pressesprecherin des Sozialreferats. „Ziel ist es, die Vorgaben der Erblasserin bestmöglich umzusetzen.“ Derzeit würden Verhandlungen über Einzelheiten mit dem beauftragten Testamentsvollstrecker geprüft. Letztendlich müsse der Stadtrat die Annahme des Vermächtnisses beschließen.

Eine rasche Entscheidung ist nicht in Sicht

Man dürfe aber nicht glauben, dass hier nichts passiere, betont Thomalla. Die aufwendigen Verhandlungen würden allerdings noch weitere Zeit in Anspruch nehmen. Das große Problem: Das Gebäude entspricht nicht den Auflagen, die die Stadt für ihre Kitas hat. So gibt es innen steile Treppen und keine Toiletten. Der Anbau mit den Sanitäranlagen gehört zum Nachbargrundstück, das der Stadt nicht mitvererbt wurde. Ein Abriss des denkmalgeschützten Mahlerhauses ist nicht möglich, ein Umbau schwierig und teuer.

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Man erhalte seit Jahren immer nur die gleichen Wasserstandsmeldungen, ärgert sich Stadtteilpolitiker Alexander Friedrich (SPD). „Man kann ein Denkmal auch einfach nur stehen lassen, bis es zusammenfällt.“ Für seinen Kollegen Serhat Sevengül (SPD) ist die aktuelle Situation nicht länger hinnehmbar. „Leerstand bedeutet Stillstand.“ Auch wenn man keine besonders große Kindertagesstätte betreiben könne, wäre es ein Beitrag zur Verbesserung der Betreuungssituation in Berg am Laim. Die Versorgungsquote hinkt im 14. Stadtbezirk deutlich hinter dem städtischen Durchschnitt her. Bei Kindergärten liegt man bei 78 Prozent (münchenweit 92 Prozent), bei Krippen erreicht Berg am Laim mit 22 Prozent nicht mal die Hälfte des städtischen Schnitts von 45 Prozent. Diese Zahlen belegten, dass der Stadtteil zwingend weitere Betreuungseinrichtungen benötige, so die BA-Mitglieder. Vielleicht gebe es ja andere Ideen, wie man das Mahlerhaus im Einklang mit der Vermächtnisverfügung nutzen könne, meint Sevengül. „Aber wir kennen das Testament nicht.“ Eine Einsicht wurde dem Bezirksausschuss Berg am Laim stets verwehrt.

Carmen Ick-Dietl

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