Weite Umwege wegen Baustelle

Zaunkrieg in der Maikäfersiedlung

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Über diesen Zaun ärgern sich die „Maikäfer“

München - Viele Bewohner der Maikäfersiedlung in Berg am Laim sind stinksauer auf die städtische Wohnungsgesellschaft GWG. Ein Bauvorhaben sorgt dort für Ärger.

Maikäfersiedlung: Das klingt idyllisch, man denkt an Blumenwiesen und Biene Maja. In Wirklichkeit gibt‘s aber richtig Zoff – und zwar wegen eines Bauzauns. Viele Bewohner der Siedlung in Berg am Laim sind jedenfalls stinksauer auf die städtische Wohnungsgesellschaft GWG. Die lässt hier nämlich einen Weg bauen – und deshalb stehen schon seit Monaten Bauzäune auf dem Grundstück. Für die Anwohner bedeutet das teils weite Umwege.

Man mag sich denken: Schon wieder! Bereits im Jahr 2012 waren in der Maikäfersiedlung die Emotionen wegen eines Zauns hochgekocht – damals hatten die Bewohnern den Weg von ihren Gärten zur Krumbadstraße nicht mehr nutzen können.

Wiederholt sich die Geschichte jetzt an anderer Stelle – nämlich auf dem kürzesten Weg von einem der Blocks zur U-Bahn? Für Heinz Gutbrunner (60) durchaus. Er ist Sprecher der IG Maikäfersiedlung und angefressen. „Die Bewohner sind seit über 321 Tagen eingesperrt“, zürnt der Kameramann. Ein neuer Weg, der die Gärten der Anwohner der Heilbrunnerstraße und der Höhenstädterstraße mit den Häusern verbindet, ist Stein des Anstoßes. Die Bauarbeiten am rund 250 Meter langen Weg sollten nur fünf Monate dauern. Gutbrunner berichtet aber, dass die GWG den Weg bereits seit Mai 2013 gesperrt habe, um die Baustelle zu sichern. Die GWG sagt allerdings, dass der Zaun erst Mitte Juli aufgestellt worden sei.

So oder so: Gutbrunner ist sauer. Er sagt: „Seit Oktober ist eigentlich alles fertig, es fehlt nur die letzte Asphalt-Deckschicht.“ Die sei laut GWG „witterungsbedingt, vor allem aufgrund der Niederschläge“, nicht aufzutragen gewesen, heißt es. Außerdem sei das Legen des Rollrasens nebenan erst circa sechs Wochen nach Ende der Frostzeit möglich. Diese Argumente will Gutbrunner nicht gelten lassen. „Tatsache ist doch: Der Winter ist dieses Jahr ausgefallen. Und vor Regen weggeschwommen sind wir auch nicht.“ Die Anwohner finden: Der letzte Schritt könnte längst getan sein. Gerade Mütter mit Kinderwägen und Menschen mit Rollatoren müssten mehrere 100 Meter Umweg in Kauf nehmen, um zur ­U-Bahn oder zum Getränkemarkt zu kommen, sagt Gutbrunner. Maria Schwaiger (89) lebt seit 1956 hier: „Sowas habe ich noch nicht erlebt. Ich komme mir eingesperrt vor!“ Zornig sind auch Heidi und Bernd Käser (60 und 68), die ihre vier Pudel mehrmals täglich Gassi führen: „Jeder Gang dauert jetzt zehn Minuten länger.“

Laut GWG-Pressesprecher Michael Schmitt können die Wegverbindungen voraussichtlich ab Ende Juni 2014 genutzt werden.

Andreas Huber

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