Kampfabstimmung bei SPD

Axel Berg strampelt wieder für Berlin

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Axel Berg strampelt mit Kurs auf Berlin.

München - Axel Berg will wieder nach Berlin in den Bundestag. Dafür muss er sich am Mittwoch in einer Kampfabstimmung gegen einen Newcomer durchsetzen. Der 53-Jährige ist skeptisch.

Elf Jahre lang war er das rote i-Dipferl im tiefschwarzen Bayern: Drei Mal holte Axel Berg das Bundestags-Direktmandat für die SPD im Münchner Norden. Doch 2009 flog er trotz eines guten Ergebnisses raus. Jetzt will der 53-Jährige wieder zurück nach Berlin. Am Mittwoch muss er sich aber erst einmal in einer Kampfabstimmung im Alten Wirt in Moosach einem Newcomer stellen.

Kennen Sie Axel Berg? Ob Sie nun SPD-Sympathisant sind oder nicht – der Schwabinger Anwalt und Politologe dürfte neben OB Christian Ude und Ex-Landeschef Franz Maget der bekannteste Sozi der Stadt sein. Elf Jahre lang saß er für München im Bundestag, 2002 und 2005 holte er als einziger SPDler in Bayern das Direktmandat. Berg saß im Bundstags-Wirtschaftsausschuss, war Obmann in der Energie-Enquetekommission und ist einer der Väter des Gesetzes für erneuerbare Energien, das mittlerweile über 80 Staaten übernommen haben.

Doch bei der Wahl 2009 flog Berg aus dem Bundestag, obwohl er in der Beliebtheitsskala hinter Karl Theodor zu Guttenberg und der Grünen-Ikone Hans-Christian Ströbele auf Platz 3 lag. Mit 1551 Stimmen Abstand verlor er das Direktmandat an CSU-Kontrahent Johannes Singhammer. Da die Partei Berg nicht per Landesliste abgesichert hatte, flog er raus.

Bei der Wahl im kommenden Jahr will der Ex-Skirennläufer sich zurück in den Bundestag strampeln: „Ich wurde von mehreren Wahlkreis-Delegierten gefragt, ob ich antreten will – natürlich habe ich Lust nach Berlin zurückzukehren, weil ich dort politisch etwas bewegen will.“ Doch dafür müsste Berg erst am Mittwoch die Kampfabstimmung gegen den Betriebswirt Florian Post (31) gewinnen, der die rechte Hand des designierten Stadtwerke-Chefs Florian Bieberbach ist. „Mein Stiefvater war zwölf Jahre SPD-Landtagsabgeordneter, meine Mutter ist seit 2002 SPD-Bürgermeisterin in Leuchtenberg“, wirbt der gebürtige Oberpfälzer für sich. Und er ist Verdi-Mitglied: „Sozialdemokratie und Gewerkschaft gehören zusammen.“

Die Parteispitze findet Post gut: „Er würde für einen Generationenwechsel stehen“, lobt Münchens Parteichef Hans-Ulrich Pfaffmann (56) den Newcomer, um gleich auch Bergs Engagement für erneuerbare Energien zu würdigen. Berg selber ist skeptisch, dass das Rennen am Mittwoch für ihn ausgeht: „Ich habe mich immer mehr um die Bürger gekümmert, als um die Partei. Das kommt bei vielen Genossen nicht gut an.“

Johannes Welte

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